(60) BachCollektiv: Schlosskonzert
04Sep.13:0013:4513:00 - 13:45(GMT+02:00)(60) BachCollektiv: Schlosskonzert
Veranstaltungsdetails
Köthener BachCollektivClara Blessing (Oboe)Midori Seiler (Violine) Schlosskonzert: So könnte ein musikalisches Programm im Spiegelsaal zu Bachs Zeiten ausgesehen haben. PROGRAMM
Veranstaltungsdetails
Köthener BachCollektiv
Clara Blessing (Oboe)
Midori Seiler (Violine)
Schlosskonzert: So könnte ein musikalisches Programm im Spiegelsaal zu Bachs Zeiten ausgesehen haben.
PROGRAMM
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Konzert für Oboe d‘amore, Streicher und B.c. D-Dur (BWV 1053R)
[keine Tempobezeichnung] – Siciliano – Allegro
Johann Georg Linike (1680 – 1762)
Sonata a tre voci a-Moll
o.B. – Allegro – Largo – Vivace
Johann Sebastian Bach
Konzert für Violine, Streicher und B.c. g-Moll (BWV 1056R)
[keine Tempobezeichnung] – Largo – Presto
Während seiner fünfjährigen Kapellmeisterzeit in Köthen stand Johann Sebastian Bach ein hervorragendes Hoforchester zur Verfügung. Zu den Musikern, die in Köthen auftraten, zählte auch der Geiger Johann Georg Linike, der zuvor rund zwei Jahrzehnte lang in der preußischen Hofkapelle in Berlin beschäftigt gewesen war. Nach der »Abwicklung« dieses Ensembles durch den »Soldatenkönig« Friedrich Wilhelm I. im Jahre 1713 wechselte Linike zunächst an den Weimarer, und dann an den Merseburger Hof. Die Köthener Hofakten wiederum erwähnen ihn zwischen 1718 und 1721 auch als dortigen Konzertmeister, was vermuten lässt, dass er unter der Leitung und auf Anregung Johann Sebastian Bachs zumindest einige Zeit in Köthen tätig war, wo bereits sein Bruder Christian Bernhard Linike als Cellist untergekommen war. Später war Johann Georg Linike dann noch als Kapelldirektor am Hof von Mecklenburg-Strelitz angestellt.
Die Beschäftigung mit dem Orchesterwerk Johann Sebastian Bachs gleicht oft einer mühevollen Puzzlearbeit. Zwar sind etliche Kompositionen, wie etwa die sieben Cembalokonzerte, im Autograph erhalten, allerdings gehen viele dieser Werke auf heute verschollene Frühfassungen zurück, die Bach in Weimar oder Köthen geschrieben hat. Weitere Spuren dieser frühen Konzerte finden sich in Leipziger Kantaten. Bach hat hier ehemalige Konzertsätze zu instrumentalen Sinfonien oder auch Arien und Chorsätzen umgearbeitet und dabei wiederum die Soloinstrumente verändert. Aus den vorhandenen Quellen können – mit gewissen Vorbehalten – Rückschlüsse auf die Besetzung und Zusammenstellung der Originalfassungen gezogen werden.
So könnte das Cembalokonzert E-Dur (BWV 1053) auf ein verschollenes Oboenkonzert F-Dur zurückgehen. Alle drei Sätze finden sich übrigens auch mit Orgel-Soli in Kantaten des Jahres 1726 wieder (»Gott soll allein mein Herze haben« BWV 169 und »Ich geh und suche mit Verlangen« BWV 49). Im Falle des Cembalokonzerts f-Moll (BWV 1056) dagegen wird als Ursprungsversion ein Violinkonzert in g-Moll vermutet.
Weitere Informationen zu den Mitwirkenden:
https://www.bachfesttage.de/bachfesttage/bachcollektiv/
https://www.clarablessing.de/home
http://midoriseiler.de/web/
Foto: Henner Fritzsche

