Köthener BachGesellschaft
Köthener BachGesellschaft
Bach erleben
Viele unserer Programme entstehen erst unmittelbar vor den Konzerten, weil fast alles in der inspirierenden Köthener Atmosphäre erarbeitet wird. Manche begegnen sich in Köthen das erste Mal – bei den Bachfesttagen gibt es nichts von der Stange.
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mitwirkende Miriam Feuersinger SopranClara Blessing Oboe d’amoreMarcello Gatti FlöteKöthener BachCollektivMidori Seiler und Mayumi Hirasaki Leitung
Miriam Feuersinger Sopran
Clara Blessing Oboe d’amore
Marcello Gatti Flöte
Köthener BachCollektiv
Midori Seiler und Mayumi Hirasaki Leitung
Über die Gemeinschaft: Musik von Johann Sebastian Bach
Kantate „O holder Tag, erwünschte Zeit“ (BWV 210)
Rezitativ „O holder Tag, erwünschte Zeit“
Arie „Spielet ihr Lieder“
Partita in a für Traversflöte (BWV 1013)
Sarabande
Konzert für Oboe d’amore, Streicher und Basso continuo (BWV 1055)
Allegro – Larghetto – Allegro ma non tanto
Kantate „Ich bin in mir vergnügt“ (BWV 204)
Arie „Meine Seele sei vergnügt“
Brandenburgisches Konzert Nr. 4 (BWV 1049)
Allegro – Andante – Presto
Weihnachts-Oratorium (BWV 248)
Arie „Nur ein Wink von seinen Händen“
Im Sommer 1741 reiste der Leipziger Thomaskantor Johann Sebastian Bach nach Berlin. Dieser Besuch war in erster Linie von privater Natur, Vater Bach wollte seinen Sohn Carl Philipp Emanuel besuchen, der seit 1740 im neuen Hoforchester als Cembalist wirkte. Einquartiert hatte er sich für diesen Aufenthalt bei einem Freund der Familie, dem Arzt und Hofrat Georg Ernst Stahl. Dieser residierte in einem vornehmen Hause direkt am Prachtboulevard Unter den Linden. Von dort war es nicht weit zum Stadtschloss, und es ist anzunehmen, dass Bach in diesen Wochen den Kontakt zu Mitgliedern der Hofkapelle gesucht hat. Mitte August wurde Bach dann durch schlechte Nachrichten aus Leipzig zum raschen Verlassen der Stadt gezwungen: Man hatte ihm brieflich signalisiert, dass seine Frau Anna Magdalena lebensbedrohlich krank und sein Kommen daher notwendig sei. Noch kurz vor seiner Abreise hatte Bach in Berlin allerdings eine musikalische Spur hinterlassen. Sein Gastgeber Georg Ernst Stahl bereitete nämlich gerade seine eigene Hochzeit mit der Apothekertochter Johanna Elisabeth Schrader vor, die im September stattfinden sollte. Ganz offensichtlich hat er seinen Freund Bach dafür um eine Festmusik gebeten. Und Bach ließ sich nicht lange bitten und übergab ihm die Solokantate „O holder Tag, erwünschte Zeit“ (BWV 210.2). Es handelt sich dabei allerdings nicht um eine Neukomposition, sondern um die weitgehende Parodie der Glückwunschkantate „O angenehme Melodei“, die Bach 1729 für den Herzog Christian von Weißenfels und in den Folgejahren mehrfach noch für andere Würdenträger aufgeführt hatte. Nun, 1741 in Berlin, passte er (oder ein Dichter) den Text der Rezitative an den neuen Anlass an und sorgte so für ein höchst originelles Hochzeitsgeschenk.
Während seiner Zeit als Hofkapellmeister in Köthen widmete sich Johann Sebastian Bach intensiv den faszinierenden Klangmöglichkeiten von Soloinstrumenten und komponierte die jeweils sechs Werke umfassenden Zyklen für Violine bzw. Violoncello solo. Zur gleichen Zeit entstand auch die Partita a-Moll für Traversflöte solo (BWV 1013). Ob sie ebenfalls Teil einer größeren, möglicherweise sechsteiligen Kompositionsreihe werden sollte, ist bis heute nicht geklärt. Kompositionstechnisch ergeben sich bei einem Flötensolo noch stärkere harmonische Einschränkungen als bei einem Streichinstrument, da kein durch Doppelgriffe erzieltes Akkordspiel möglich ist. Somit steht der Komponist vor der komplexen Aufgabe, mit purer Einstimmigkeit ein harmonisches Gerüst zu errichten. Bach löst dieses Problem in seiner Partita mit großem Sinn für musikalische Dramaturgie, fordert dem Solisten allerdings in den vier Sätzen enorme technische Fähigkeiten ab.
Ebenfalls in Köthen sind die meisten Instrumentalkonzerte Bachs entstanden, hatte er doch hier eine hervorragend besetzte Hofkapelle zur Verfügung. Viele der Stücke hat Bach später in Leipzig wiederverwendet, meist in gewandelter Form mit anderen Soloinstrumenten. Im Falle des Konzertes A-Dur (BWV 1055) ist eine Handschrift Bachs nur aus der Leipziger Zeit überliefert, dort wird das Cembalo als Soloinstrument angegeben. Es gilt jedoch als sicher, dass Bach das Konzert ursprünglich mit einer solistischen Oboe d’amore besetzt hat. Dafür spricht der außerordentlich kantable Solopart, der sich auf einem Blasinstrument noch viel eindrucksvoller wiedergeben lässt als auf dem Cembalo. Einen überraschend weihnachtlichen Effekt bietet dabei übrigens der langsame Mittelsatz, den Bach im typischen 12/8-Takt einer Siciliana angelegt hat.
In Köthen hat Bach also vorrangig komponiert; seine Kantatenkunst war hier dagegen nur zweimal jährlich, am Neujahrstag sowie am Geburtstag des Fürsten Leopold, gefragt. Verantwortlich für die Libretti dieser Köthener Kantaten war bis 1721 der in Halle lebende Dichter Christian Friedrich Hunold, der auch unter dem Pseudonym „Menantes“ veröffentlichte. Dessen Dichtungen freilich schätzte Bach auch über seine Köthener Amtszeit hinaus. So nutzte er 1726 (oder 1727) – nun bereits als Thomaskantor in Leipzig – ein Libretto des inzwischen verstorbenen Dichters für die Komposition der Kantate „Ich bin in mir vergnügt“ (BWV 204). Er wählte dafür Hunolds „Cantata von der Zufriedenheit“ aus und ergänzte die Poesie mit zwei Gedichten unbekannter Herkunft. Ihrem Charakter nach zählt diese Dichtung in die damals modische Kategorie der „moralischen Kantate“. Der Text preist mit zahlreichen Metaphern die Zufriedenheit des in sich ruhenden Menschen, den Hunold mit einer „Perlenmuschel“ vergleicht. Ungeklärt ist bis heute der konkrete Kompositionsanlass der Kantate: War es für die Konzerte des Leipziger Collegium musicum bestimmt, hat es ein einflussreicher Leipziger Bürger bestellt oder hat Bach das Werk vielleicht für eine private Feier komponiert? Bachs Ehefrau Anna Magdalena wäre dafür sicher die ideale Gesangssolistin gewesen…
Im März 1721 stellte Johann Sebastian Bach als Köthener Hofkapellmeister eine Sammelhandschrift mit sechs Instrumentalkonzerten zusammen und widmete sie dem Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg. Stilistisch gehören diese Kompositionen der populären Form des Gruppenkonzerts an. Bach gesteht im Verlauf der sechs Konzerte allen beteiligten Instrumenten (bis auf den Kontrabass) Solopassagen in den unterschiedlichsten Kombinationen zu.
Im 4. Brandenburgischen Konzert G-Dur (BWV 1049) setzt sich die Gruppe der Soloinstrumente aus zwei Blockflöten und einer Violine zusammen, die sich mit vielfachen Spielfiguren über das Streichorchester erheben. Insbesondere die Violinstimme ist in den schnellen Ecksätzen von einer unbändigen Virtuosität geprägt. Diese Instrumentierung ließ mehrere Musikwissenschaftler vermuten, dass Bach damit eine mythologische Bedeutung intendiert hätte: den Streit zwischen Phoebus (Apollo), der der Überlieferung nach ein Saiteninstrument spielt, und dem Flöte blasenden Pan. Im langsamen Mittelsatz setzt Bach ganz auf den warmen Klangeindruck der Blockflöten.
Als Thomaskantor stellte Johann Sebastian Bach zum Jahreswechsel 1734/35 einen sechsteiligen Kantatenzyklus zusammen, den er selbst Weihnachts-Oratorium nannte. Fast alle Arien und Chöre des umfangreichen Werkes entnahm er per Parodie-Technik aus bereits komponierten Kantaten. Neu schuf er dazu die Vertonung des Evangelisten-Textes sowie zahlreiche Choralsätze.
In der sechsten Kantate, deren Aufführung zum Epiphanias-Fest am 6. Januar vorgesehen ist, fügte er die Sopranarie „Nur ein Wink von deinen Händen” ein. Mit großer Sicherheit handelt es sich dabei auch um eine Parodie, das Original – eine mutmaßlich geistliche Festkantate – ist jedoch nicht überliefert.
€ 32 | 24 | erm. € 10
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mitwirkende Elias Conrad Laute Programm Dieterich Buxtehude (1637-1707) Sinfonia: Wo soll ich
Elias Conrad Laute
Dieterich Buxtehude (1637-1707)
Sinfonia: Wo soll ich fliehen hin (BuxWV 112)
Cembalosuite (BuxWV 233/ 230)
Allemande d’Amour – Courante – Sarabande 1 & II – V. Gigue
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Triosonate e-Moll für Orgel (BWV 528)
Andante
Suite für Violoncello solo C-Dur (BWV 1009)
Prélude – Allemande – Sarabande
Northern Light liefert einen Einblick in das Werk Dieterich Buxtehudes (1637-1707) – einer Lichtgestalt in einem von Krieg und Leid geprägten Jahrhundert – destilliert in die intime Klangwelt der Barocklaute. Resultat ist ein berührender Ruf aus der ohnmächtig schreienden inneren Stille – ein intimer Kontrapunkt zum Lärm der heutigen Zeit.
Dass die Strahlkraft dieses dänisch-deutschen ‚Nordlichts‘ weit über seinen Tod wirken wird, zeigt nicht zuletzt bereits das Werk eines seiner Schüler: Johann Sebastian Bach. So erklingen in diesem Konzert auch Auszüge aus Bachs Suite für Violoncello solo Nr. 3, die ganz sicher während seiner Zeit in Köthen entstanden ist, sowie aus der Triosonate e-Moll für Orgel.
Teile des Programms erscheinen auf der CD Northern Dawn (Label: Evil Penguin/ Antarctica, Veröffentlichung: 2.10.2026), die exklusiv nach dem Konzert erworben werden kann.
€ 8 | erm. € 6
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
03Sep.16:1516:4016:15 - 16:40(GMT+02:00)(7) KurzkonzertElias Conrad (Laute)
Mitwirkende Elias Conrad Laute Programm Johann Sebastian Bach (1685-1750) Suite für Violoncello
Elias Conrad Laute
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Suite für Violoncello solo d-Moll (BWV 1008)
Prélude – Allemande – Courante
Dieterich Buxtehude (1637-1707)
Sonata: Gott, hilf mir, denn das Wasser geht mir bis an die Seele (BuxWV 34)
Aria & Variatio (BuxWV 249)
Johann Sebastian Bach
Ich ruf’ zu dir, Herr Jesu Christ (BWV 639)
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
1705 – mit 20 Jahren macht sich der junge Johann Sebastian Bach auf einen fast 400 km langen Fußmarsch von seiner Heimat Arnstadt in die Norddeutsche Hansestadt Lübeck, um bei dem bedeutendsten Organisten seiner Zeit in die Lehre zu gehen: Dieterich Buxtehude. Seine geplante Aufenthaltsdauer in Lübeck von einem Monat verlängert sich um fast vier Monate und hinterlässt einen prägenden Eindruck im Kompositionsstil Bachs. Von der Komplexität und Virtuosität Buxtehudes maßgeblich inspiriert, gewinnt auch das Werk Bachs an neuen Dimensionen, besonders auffällig wird dies in seinen Kompositionen für Orgel und Cembalo.
So verbindet Elias Conrad in diesem Programm eigene Bearbeitungen für Barocklaute aus Buxtehudes Oeuvre mit eigenen Transkriptionen von Bachs Werk für Theorbe und Barocklaute. Dabei erklingen auch Ausschnitte aus Bachs Cellosuite Nr. 2, die während seiner Zeit in Köthen entstand.
Das Programm bewegt sich zwischen Schwerkraft und Schwerelosigkeit in der Musik, zwischen der Gravität des irdischen Glaubens und der himmlischen Leichtigkeit, zwischen geerdeter Profundität und fantasievollen Ausflüchten, konfrontiert diese Zustände und lässt sie ineinanderfließen.
Teile des Programms erscheinen auf der CD Northern Dawn (Label: Evil Penguin/ Antarctica, Veröffentlichung: 2.10.2026), die exklusiv nach dem Konzert erworben werden kann.
€ 8 | erm. € 6
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mitwirkende Luise Enzian Historische HarfeSylvia Ackermann Historische Claviere Programm Friedrich Wilhelm Rust (1739 –
Luise Enzian Historische Harfe
Sylvia Ackermann Historische Claviere
Friedrich Wilhelm Rust (1739 – 1796)
2. Sonate g-moll
Allegro brillante – Adagio sostenuto – Allegretto
Caietano Schega (18. Jahrhundert)
Fundamentum special: Preludio
Wilhelm Friedemann Bach (1710 – 1784)
Aus: 12 Polonaisen
Nr. 2 d-moll
Nr. 9 F-Dur
Franz Xaver Köhrer (19. Jahrhundert)
Theme varié pour le Harpe à Corochets op.1
Carl Philipp Emanuel Bach (1714 – 1788)
Fantasie C-Dur Wq 59/6
Für das Musikleben der Stadt Dessau war Friedrich Wilhelm Rust im 18. Jahrhundert die entscheidende Persönlichkeit. Geboren in Wörlitz, wurde sein hohes musikalisches Talent früh erkannt und maßgeblich vom Landesherrn, dem Fürst Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, gefördert. Während seines Jura-Studiums in Halle erhielt Rust Unterricht von Wilhelm Friedemann Bach, der als Organist in dieser Stadt wirkte. Einige Jahre später finanzierte ihm der Dessauer Fürst einen Aufenthalt in Berlin und Potsdam, wo Rust vom Geiger Franz Benda und vom königlichen Cembalisten Carl Philipp Emanuel Bach Unterweisungen erhielt. Schließlich schloss sich 1765/66 noch eine Italienreise an, in deren Verlauf Rust mit Giuseppe Tartini und Giovanni Battista Martini zusammentraf. So umfassend gebildet, übernahm Rust ab 1769 die Federführung über sämtliche musikalische Aktivitäten in Dessau. Er führte regelmäßige Konzerte ein, gründete das “Gesellschaftliche Theater” und wurde zum fürstlichen Musikdirektor ernannt. Neben Kantaten, Bühnenwerken und Instrumentalmusik schuf Rust zahlreiche Klaviersonaten, in denen er mit virtuosen Passagen eine ganz eigene musikalische Handschrift offenbarte.
Als Organist in Dresden und Halle war Wilhelm Friedemann Bach natürlich eng mit dem Spiel von Tasteninstrumenten vertraut. In den späten 1760er Jahren komponierte er einen Zyklus von zwölf Polonaisen für das Cembalo. Es handelt sich dabei keineswegs um unterschiedliche Ausführungen dieses traditionellen Tanzes, sondern um eine Reihe von Charakterstücken, denen überdies ein fester Tonartenplan zugrunde liegt. Friedemann verwendete die auf der Klaviatur aufsteigenden Tonarten C, D, Es, E, F und G und schrieb dazu jeweils eine Polonaise in Dur und in Moll. Einheitlich ist den Stücken lediglich der 3/4-Takt, ansonsten herrscht ein großer Abwechslungsreichtum hinsichtlich Tempo und Ausdruck.
Als Hamburger Musikdirektor widmete sich Carl Philipp Emanuel Bach auch intensiv der Claviermusik und veröffentlichte zwischen 1779 und 1787 einen großangelegten Zyklus mit neuen Kompositionen. Laut Titelangabe richteten sich die sechs Bände mit insgesamt 37 Einzelstücken an Kenner und Liebhaber. Hinter dieser sehr weit gefassten Formulierung verbergen sich in erster Linie merkantile Motivationen, wollte Bach die Komposition doch möglichst einem breiten Publikum zugänglich machen. Diese Strategie ging auf und brachte den Sammlungen einen ungewöhnlich großen Erfolg. In den Bänden sind etwa zu gleichen Teilen die Gattungen Sonate, Rondo und Fantasie anzutreffen. Die Fantasie C-Dur (Wq 59 Nr. 6) ist von Carl Philipp Emanuel Bach über weite Strecken ohne Taktstriche notiert worden, was eine größtmögliche Freiheit der Interpretation zulässt.
Im Jahre 1763 stellte der italienische Komponist Caietano Schega eine Musikaliensammlung unter dem Titel „Fondamentum Speciat” zusammen, die erst vor wenigen Jahren an der Universität Warschau wiederentdeckt wurde. Es handelt sich um das früheste überlieferte Manuskript für die Hakenharfe, also eine historische Harfenform, die ohne Pedale auskommt und deren Stimmung mittels Haken rasch um jeweils einen Halbton verändert werden kann. Ein gutes Jahrhundert später war dieses Instrument immer noch in Gebrauch, so schuf etwa Franz Xaver Köhrer eine Variationsreihe speziell für die Hakenharfe.
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
€ 20 | erm. € 10
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Anna Kristina Bauer
Mitwirkende Josephine von Bluetenstaub Spoken Words Capella de la Torre Margaret Hunter SopranHille Wippermann Altpommer und Flöte
Josephine von Bluetenstaub Spoken Words
Margaret Hunter Sopran
Hille Wippermann Altpommer und Flöte
Yosuke Kurihara Posaune
Annette Hils Bassdulzian und Flöte
Ilia Kulikov Orgel
Mike Turnbull Percussion
Katharina Bäuml Schalmai und Leitung
I. Morgen
| Anonym/Cavalieri Gerhardt/Crüger Anonym Paul Gerhardt/Ebeling Josephine von Blueten Staub Anonym | O che nuovo miracolo Fröhlich soll mein Herze springen Ciaconna Die güldne Sonne Morgengedicht (Solo) La Gamba/ Mash-Up |
II. Mittag
| Thomas Morley Josephine von Blueten Staub Paul Gerhardt Jacob Arcadelt | April is in my Mistress face Großes Grundstück, Scheune, Garten Wach auf mein Herz und singe Margot labourez les vignes |
III. Nachmittag
| Anonym Anonym Josephine von Blueten Staub Anonym | Resinarius Francisco de Soto | Passamazzo Mash-Up Chi vuol seguir la guerra Miese Zeiten (Solo) Da pacem | Verleih uns Frieden Nell’ apparir del sempiterno sole |
IV. Abend/Nacht
| Josephine von Blueten Staub Giuseppe da Biabo Josephine von Blueten Staub Paul Gerhardt/J.S. Bach Paul Gerhardt/Mash-Up | Was ich dir schenken möchte (Solo) Fuggi da questo cielo Edgards Schlaflied Nun ruhen alle Wälder Pastime |
Am 27. Mai dieses Jahres wurde an vielen Orten an den 350. Todestag von Paul Gerhardt erinnert. Er war einer der bedeutendsten Kirchenlieddichter des 17. Jahrhunderts, seine Lieder sind bis heute populär, werden viel gesungen und sind längst schon nicht mehr auf das protestantische Umfeld beschränkt. Geboren wurde Paul Gerhardt 1607 in Gräfenhainichen, also in Sachsen, er besuchte die Fürstenschule in Grimma, hat dann in Wittenberg studiert und gelangte 1643 nach Berlin. HIer hat er mit der Dichtung von Kirchenliedern begonnen, sicher auch inspiriert durch die enge Zusammenarbeit mit Johann Crüger, dem damaligen Kantor an der Nikolaikirche Berlin. In dessen Gesangbuch “Praxis Pietatis Melica” sind auch die meisten Gerhardt-Lieder veröffentlicht worden, allein in der Auflage von 1653 waren das 82 Lieder.
Seine erste Pfarrstelle bekam Gerhardt in Mittenwalde, südöstlich von Berlin, dort war er immerhin sechs Jahre tätig, dann ging er zurück nach Berlin und wurde Diakon an der Nikolaikirche, wo er wieder die Zusammenarbeit mit Johann Crüger intensivieren konnte. In den 1660er Jahren gab es für Paul Gerhardt hier auch ziemlich viel Ärger, denn er geriet in innerprotestantische Auseinandersetzungen hinein. Er sah sich – schon durch seinen Studienort und seine Herkunft – als klarer Lutheraner und vertrat das vehement, der Kurfürst von Brandenburg aber war zum reformierten, calvinistischen Bekenntnis übergetreten. Paul Gerhardt weigerte sich, ein Toleranzedikt zu unterzeichnen und wurde daraufhin aus dem Pfarrdienst in Berlin entlassen. Eine neue Anstellung fand er in Lübben in Kursachsen, wo das lutherische Bekenntnis vorausgesetzt wurde. In Lübben ist Gerhardt 1676 auch gestorben.
„Ich steh an Deiner Krippen hier“, „O Haupt voll Blut und Wunden“, „Wie soll ich Dich empfangen“ – die Texte einiger der berühmtesten Choräle von Johann Sebastian Bach stammen von Paul Gerhardt. Statt einfach nur Lehrsätze zu vermitteln, sprach er von Angst, Hoffnung, Leid und Tod. Die Menschlichkeit, die aus jeder Zeile spricht, berührt bis heute. Seine klaren Bilder, die musikalische Sprache und seine starken Metaphern beeinflussten die deutschsprachige Lyrik weit über den Kirchengebrauch hinaus.
Anlässlich seines großen Gedenkjahres haben die Bachfesttage die Leipziger Poetry Slammerin und Spoken Word Virtuosin Josephine von Bluetenstaub eingeladen, einen frischen Blick auf die Texte von Paul Gerhard zu werfen. Gemeinsam mit der international renommierten Capella de la Torre entsteht ein eigens für die Bachfesttage konzipierter Abend zwischen Text und Musik.
Mit freundlicher Unterstützung durch die Aventis Foundation.

€ 24 | erm. € 10
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mitwirkende Marcello Gatti TraversflöteKöthener BachCollektiv Programm Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Marcello Gatti Traversflöte
Köthener BachCollektiv
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Suite Nr. 2 h-moll (BWV 1067)
Ouvertüre – Rondeau – Sarabande – Bourrée I & II – Polonaise & Double – Menuett – Badinerie
Es ist kaum zu glauben, dass Johann Sebastian Bach neben seinen vielen Verpflichtungen als Leipziger Thomaskantor auch noch die Zeit und die Möglichkeit fand, sich der Instrumentalmusik zu widmen. Doch tatsächlich übernahm er 1729 die Leitung des örtlichen „Collegium musicum“, eines überwiegend studentisch geprägten Instrumentalensembles, das regelmäßig in der Stadt musizierte. Bach stand dem Collegium rund 15 Jahre vor, und man darf annehmen, dass in den Konzerten sowohl seine eigenen Werke als auch die bekannter Zeitgenossen wie Telemann, Händel, Hasse, Pisendel und Vivaldi, erklungen sind.
In engem Zusammenhang mit dem Leipziger Collegium musicum stehen Bachs vier Orchestersuiten, die in den 1730er Jahren das Repertoire des Ensembles bereicherten. Gleichwohl basieren einige der Stücke auf früheren Fassungen, die Bach in Köthen bzw. Weimar komponiert hat.
Die Orchestersuite h-Moll (BWV 1067) für Traversflöte, Streicher und Basso continuo unterscheidet sich dabei ganz signifikant von ihren drei Schwesterwerken. Zwar besteht auch diese Suite aus einer einleitenden Ouvertüre und mehreren sich daran anschließenden Tanzsätzen, allerdings setzt Bach die Soloflöte derart exponiert ein, dass auch von einem „Konzert in Suitenform“ gesprochen werden könnte. Schon im Hauptteil des Eingangssatzes entwickelt sich weniger – wie sonst in Ouvertüren üblich – eine strenge konzertante Fuge als ein abwechslungsreicher Dialog zwischen Flöte und Tuttibesetzung. Auch in den Tanzsätzen, bis hin zur abschließenden Badinerie, bleibt die Flöte in brillant-unbeschwerter Weise Mittelpunkt der Komposition.
€ 12 | erm. € 8
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
04Sep.15:0015:4515:00 - 15:45(GMT+02:00)(11) OrgelkonzertKMD Martina Apitz (Orgel)
Mitwirkende KMD Martina Apitz Orgel Programm Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
KMD Martina Apitz Orgel
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Fantasie und Fuge g-Moll BWV 542
Schmücke dich, o liebe Seele BWV 654
Max Reger (1873 – 1916)
Introduktion und Passacaglia d-Moll
Franz Liszt (1811 – 1886)
Fantasie und Fuge über B-A-C-H
Fantasie und Fuge g-Moll (BWV 542) zählen zu den populärsten Orgelwerken von Johann Sebastian Bach. Gleichwohl sind die beiden Stücke mit großer Wahrscheinlichkeit in gehörigen zeitlichen Abstand entstanden, und es muss offenbleiben, ob Bach sie unmittelbar aufeinander bezogen hat. Die Fuge ist ganz sicher das ältere der beiden Stücke und wird allgemein auf Bachs Zeit als Weimarer Hoforganist datiert. Sie basiert auf einem eingängigen Thema, für das offensichtlich das niederländische Volkslied „Ik ben gegroet” als Vorbild stand. Möglicherweise spielte Bach diese Fuge 1720 im Rahmen seiner Bewerbung auf die Organistenstelle an St. Katharinen in Hamburg vor den Ohren von Johann Adam Reincken, der seinerseits mit dem niederländischen Liedgut eng vertraut war. Die gewaltige Fantasie, in der freie, virtuose Abschnitte mit strengen, imitatorischen Passagen abwechseln, ist vermutlich einige Jahre später entstanden.
„Leipziger Originalhandschrift” wird ein sorgfältig angelegtes Manuskript mit Orgelwerken genannt, das Bach in den 1740er Jahren als Leipziger Thomaskantor angelegt hat. Der Band enthält neben den sechs Triosonaten auch 18 Choralbearbeitungen von erheblichem Ausmaß. Die meisten dieser Stücke hatte Bach bereits in Weimar komponiert, wo er von 1708 bis 1717 als Organist und Konzertmeister tätig war. Nun – rund drei Jahrzehnte später – überarbeitete er die Werke gründlich, möglicherweise mit dem Ziel, sie im Druck zu veröffentlichen. Zu den bekanntesten und meistgespielten Kompositionen der Originalhandschrift gehört die Choralbearbeitung über „Schmücke dich, o liebe Seele“ (BWV 654). Die Liedweise wird in diesem langsamen Satz zeilenweise und reich verziert in der Oberstimme zitiert, nachdem sie zuvor in den drei Unterstimmen motivisch angedeutet wurde.
Max Reger hat es sich selbst und seinem sozialen Umfeld nicht gerade leicht gemacht: Er entwickelte bereits in jungen Jahren einen unkonventionellen, höchst expressiven Kompositionsstil, der bei Publikum und Kritikern immer wieder auf Unverständnis stieß. Selbstbewusst versuchte er sich ab 1893 in Wiesbaden als freischaffender Komponist zu etablieren – und scheiterte. Erschöpft nach einem körperlichen Zusammenbruch kehrte der 25-jährige Reger 1898 in sein Elternhaus nach Weiden zurück, wo er drei Jahre verblieb und nach einer Zeit der Konsolidierung zu neuer Schaffenskraft fand. Reger komponierte hier vor allem Orgelwerke, darunter auch 1899 Introduktion und Fuge d-Moll. Auf die relativ kurze und akkordisch gehaltene Introduktion folgt eine ausführliche Passacaglia, die über ein achttaktiges Motiv in der Bassstimme gestaltet ist. Franz Liszt fühlte sich – möglicherweise inspiriert durch seinen langen Aufenthalt in Weimar – immer wieder eng mit Johann Sebastian Bach verbunden und fertigte etliche Bearbeitungen und Paraphrasen von Bachschen Werken an. Eine ganz besondere Reverenz erwies er seinem Weimarer Amtsvorgänger mit mehreren Kompositionen für Klavier bzw. Orgel über das Thema B-A-C-H. Diese markante Tonfolge hatte der Thomaskantor selbst bereits in einigen seiner Werke, unter anderem im Musikalischen Opfer und in der Kunst der Fuge, als musikalisches Monogramm eingesetzt, später nahmen es andere Komponisten auf, um an ihren berühmten Kollegen zu erinnern. Liszt schuf 1855 eine groß angelegte Fantasie und Fuge über B-A-C-H für Orgel, die er später mehrfach bearbeitete. Die Viertonfolge ist in dem Werk ständig präsent und wird von Liszt mit zeitgemäßen, romantischen Harmonien gefüllt.
Mitwirkende Nadja Zwiener BarockviolineSylvia Ackermann Historische Claviere Programm Wilhelm Friedemann Bach (1710 – 1784)
Nadja Zwiener Barockvioline
Sylvia Ackermann Historische Claviere
Wilhelm Friedemann Bach (1710 – 1784)
Trio für Violine und obligates Clavier H-Dur (Echtheit zweifelhaft)
Larghetto
Friedrich Wilhelm Rust (1739 – 1796)
Sonate Nr. 12 D-Dur
Allegro
Carl Philip Emanuel Bach (1714 – 1788)
Violinsonate F-Dur Wq 75
Allegro
Wilhelm Friedemann Bach hat sich als Organist in Dresden und Halle auch in begrenztem Maße mit instrumentaler Kammermusik befasst und einige sehr schöne Triokompositionen verfasst. Das Trio H-Dur jedoch, das in einer Abschrift von etwa 1770 unter seinem Namen überliefert ist, stammt nach Ansicht der Forschung mit großer Sicherheit nicht vom ältesten Bach-Sohn. Dafür sprechen vor allem stilistische Eigenschaften, die das dreisätzige Stück eher im Umkreis des preußischen Hofes unter Friedrich II. verorten lassen. Gleichwohl handelt es sich um eine eindrucksvolle Komposition, in der der Clavierpart auskomponiert ist. Damit wirkt die Komposition wie ein Trio, das aber nur von zwei Instrumenten bestritten wird.
Der Dessauer Musikdirektor Friedrich Wilhelm Rust war bestens mit der Familie Bach vertraut: Sein älterer Bruder hatte während seiner Leipziger Studienzeit noch unter Johann Sebastian Bach musiziert. Er selbst war zuerst bei Wilhelm Friedemann in Halle und später bei Carl Philipp Emanuel Bach in Berlin in die Lehre gegangen und somit vor allem geschult in der zeitgemäßen Komposition für Clavier. In seinen Sonaten zeigt sich das sehr deutlich, es handelt sich um virtuose und ausdrucksstarke Stücke, die qualitativ durchaus mit den besten der Zeit konkurrieren können.
Als Friedrich II. 1740 den Thron als König in Preußen bestieg, ernannte er Carl Philipp Emanuel Bach zu seinem Hofcembalisten. Die beiden kannten sich bereits gut, denn der zweitälteste Bach-Sohn hatte bereits einige Jahre im Orchester des Kronprinzen Friedrich in Rheinsberg und Ruppin mitgewirkt. Nun, im stark vergrößerten Hoforchester war Carl Philipp Emanuel Bach über fast drei Jahrzehnte eine ganz entscheidende Stütze. Parallel komponierte er viel Kammermusik und Clavierwerke und engagierte sich im bürgerlichen Konzertleben von Potsdam und Berlin. Um 1763 komponierte er die Sonate F-Dur für Violine und obligates Cembalo.
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
Gefördert aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes, gefördert durch die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt und das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
€ 8 | erm. € 6
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Andreas Höfer
Mitwirkende Urban Strings Tabea Höfer BarockviolineGeorg Kallweit Barockvioline, Barockbratsche, VioloneLuise Enzian BarockharfeFlóra Fábri Orgel & Virginal
Tabea Höfer Barockvioline
Georg Kallweit Barockvioline, Barockbratsche, Violone
Luise Enzian Barockharfe
Flóra Fábri Orgel & Virginal
Die freudenreichen Mysterien
Heinrich Ignaz Franz von Biber (1644 – 1704)
Sonate Nr. 1 „Die Verkündigung“
Violine/Violine, Cembalo, Orgel & Harfe
Johann Paul von Westhoff (1656 – 1705)
Imitatione celle campane aus Sonate 3 in d-Moll
Harfe & Bass
Heinrich Ignaz Franz von Biber
Sonate Nr. 2 „Maria Heimsuchung“
Violine & Cembalo
Johann Sebastian Bach
Duett aus der Clavierübung Teil 3 (BWV 803 & 805) F-Dur & a-Moll
Cembalo
Heinrich Ignaz Franz von Biber
Sonate Nr. 3 „Christi Geburt“
Violine & Harfe
Vor gut 100 Jahren tauchte ein Manuskript auf, das alles andere als Routine ist: die Rosenkranz-Sonaten von Heinrich Ignaz Franz von Biber. Ein Zyklus aus drei mal fünf Violinsonaten, jede in eigener Saitenstimmung, jede ein Perspektivwechsel. Musik als Versuchsanordnung – und als Annäherung an die Mysterien des Glaubens. Heute: ein Gipfel barocker Klangkunst. In der Köthener Schlosskapelle klingt dieses Meisterwerk oft im Raum verteilt – und folgt damit der inneren Dramaturgie der Komposition selbst. Ganz besonders in dieser Besetzung: Sieben scordierte Violinen, dazu Viola, Kontrabass, Orgel, Cembalo und Harfe – die Urban Strings fächern Bibers Material neu auf, schichten es um und denken es weiter. Das Ergebnis ist kein museales Update, sondern ein offener Prozess: historisches Material, gegenwärtig gelesen. Bibers Mysteriensonaten als System in Bewegung.
Heinrich Ignaz Franz Biber war einer der schillerndsten Violinvirtuosen des 17. Jahrhunderts, ein Musiker mit außerordentlichen Fähigkeiten, aber auch mit einem ausgeprägten Hang zur Selbstdarstellung. Geboren im nordböhmischen Wartenberg, begann er seine Laufbahn in den 1660er Jahren am Hof des Olmützer Fürstbischofs Karl Liechtenstein-Kastelkorn. Dieser kunstbegeisterte Regent unterhielt an seinem Sommersitz in Kremsier eine hervorragende Hofkapelle und legte eine umfangreiche Musikaliensammlung an. Trotz dieser anscheinend sorglosen Verhältnisse plante Biber einen Wechsel seiner Anstellung und verließ Kremsier um 1670 ohne Genehmigung seines Dienstherrn in Richtung Salzburg. Dort wurde er mit offenen Armen empfangen und bereits nach kurzer Zeit in die Hofkapelle des Fürsterzbischofs von Kuenburg aufgenommen, die weit über die Grenzen der Stadt hinaus großes Ansehen genoss. Biber engagierte sich stark für die musikalischen Belange des Hofes, wurde 1678 zum Vizekapellmeister und weitere sechs Jahre darauf zum Hofkapellmeister ernannt. Die meisten Kompositionen schuf er für sein Paradeinstrument, die Violine, und sorgte mit glänzenden Aufführungen seiner Werke für großes Aufsehen. Konkurrenz in eigenen Reihen konnte er kaum ertragen, was unter anderem den Kapellkollegen Georg Muffat zum Verlassen des Salzburger Hofes drängte. Biber hingegen plante mit Ehrgeiz seine Karriere und erreichte 1690 – nach mehreren Anläufen – seine Versetzung in den Adelsstand durch Kaiser Leopold I.
Bibers erster Salzburger Dienstherr und großer Gönner – der Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg – war ein typischer Vertreter der Gegenreformation und auch Mitglied einer Rosenkranz-Bruderschaft, eines Zusammenschlusses also von einflussreichen Personen, die sich unter das Protektorat der Gottesmutter Maria stellten und das Rosenkranzgebet förderten. Mit großer Sicherheit war er es, der Biber um eine angemessene Komposition für diese Bruderschaft bat.
Den Auftrag seines Erzbischofs erfüllte Biber in der Art eines modernen Virtuosen: Er schuf für jedes der 15 Rosenkranz-Geheimnisse eine Sonate für Violine und Basso continuo, in der das dort beschriebene Ereignis tonmalerisch dargestellt wird. Der Begriff Sonate steht hierbei für eine suitenartige Zusammenstellung der unterschiedlichsten musikalischen Formen, darunter Tanzsätze, Variationen, Ostinato-Passagen, aber auch fantasieartige Abschnitte. Darüber hinaus bediente sich Biber für die Solo-Violine einer instrumentenspezifischen Raffinesse: der Skordatur. In jeder der 15 Sonaten wird von der Violine eine andere Grundstimmung gefordert, lediglich die Sonate I weist die übliche Violinstimmung im einheitlichen Quintabstand (g – d1 – a1 – e2) auf. Die Skordatur ruft vor allem zwei Wirkungen hervor: Zum einen kommt es durch andere Obertonmischungen sowie durch die stärkere bzw. schwächere Saitenspannung zu einer Veränderung des Klangbildes. Zum anderen ermöglicht die neue Saitenstimmung Grifferleichterungen in entlegeneren Tonarten und damit wiederum eine höhere Virtuosität, gerade bei Doppelgriffen.
Die Sonate I schildert – noch in der üblichen Grundstimmung – die Verkündigung des Engels an Maria, dass sie einen Sohn zur Welt bringen wird. Biber illustriert das mit einem sehr sanften Satz voll kunstvoller Violinfiguren, in dessen Zentrum eine kleine Variationsfolge steht. Die helle, lebensfrohe Tonart A-Dur und die Violinstimmung in zwei parallelen Quinten (a – e1 – a1 – e2) stehen in der Sonate II für die Begegnung der beiden Frauen Maria und Elisabeth. Kein jubelnder Triumph, sondern verhaltene Freude markiert in Sonate III die Geburt Christi. Biber wählt dafür die Tonart h-Moll (Stimmung: h – fis1 – h1 – d2) und rückt eine sanft-schwingende Courante in den Mittelpunkt. Ernst klingt dieses Stück aus, mit einem Adagio, das bereits an die Kreuzigungssonate X erinnert.
Ergänzt werden diese ersten drei Sonaten durch eine „Glocken-Imitation“ des überragenden Geigers und Komponisten Johann Paul von Westhoff und zwei Duette aus dem 3. Teil der Clavierübung von Johann Sebastian Bach.
Biber- Zyklus am Freitag (13) (16) und Samstag (19) (25) (27)
Karten je Konzert: 14 €, ermäßigt 8 € | Karten für den gesamten Zyklus: 55 €, ermäßigt 30 €
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
€ 14 | erm. € 8
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Mutter. Seele. Allein. Immersive Installation von Hyunju Oh | Klangsäule – Audio-Installation von Tibor Kovacs und dem Ensemble Evviva. Zugang jederzeit möglich. Eintritt frei! |
Mutter. Seele. Allein. Immersive Installation von Hyunju Oh | Klangsäule – Audio-Installation von Tibor Kovacs und dem Ensemble Evviva.
Zugang jederzeit möglich. Eintritt frei! | Foto: Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
Unterstützt durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung.

Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mitwirkende Ensemble Continuum Marie Luise Werneburg SopranFranz Vitzthum AltRaphael Höhn Tenor
Marie Luise Werneburg Sopran
Franz Vitzthum Alt
Raphael Höhn Tenor
Felix Schwandtke Bass
Anna Schall Zink & Blockflöte
Sophia Kind Traverso
Judith von der Goltz und Henriette Otto-Dierßen Violine
Ildiko Ludwig Violine & Viola
Liam Byrne Viola da Gamba
Daniel Rosin Violoncello
Bertram Burkert E-Gitarre
Goran Stevanovich Akkordeon
Elina Albach Cembalo, Orgel & Leitung
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Auszüge aus Kantaten
Caroline Shaw (geb. 1982)
Concerto for Harpsichord and Strings
Chor
Herr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir deins Vaters Huld erwarbst, ich bitt durchs bittre Leiden dein: du wollst mir Sünder gnädig sein.
Concerto for Harpsichord and Strings, 1. Satz
Rezitativ (Tenor)
Die Welt sucht Ehr und Ruhm bei hocherhabnen Leuten. Ein Stolzer baut die prächtigsten Paläste, er sucht das höchste Ehrenamt, er kleidet sich aufs beste in Purpur, Gold, in Silber, Seid und Samt. Sein Name soll für allen in jedem Teil der Welt erschallen. Sein Hochmuts-Turm soll durch die Luft bis an die Wolken dringen, er trachtet nur nach hohen Dingen und denkt nicht einmal dran, wie bald doch diese gleiten. Oft bläset eine schale Luft den stolzen Leib auf einmal in die Gruft, und da verschwindet alle Pracht, wormit der arme Erdenwurm hier in der Welt so großen Staat gemacht. Acht! solcher eitler Tand wird weit von mir aus meiner Brust verbannt. Dies aber, was mein Herz vor anderm rühmlich hält, was Christen wahren Ruhm und rechte Ehre gibet, und was mein Geist, der sich der Eitelkeit entreißt, anstatt der Pracht und Hoffart liebet, ist Jesus nur allein, und dieser solls auch ewig sein. Gesetzt, dass mich die Welt darum vor töricht hält: Was frag ich nach der Welt!
Arie (Alt)
Nichts kann mich erretten von höllischen Ketten als, Jesu, dein Blut. Dein Leiden, dein Sterben macht mich ja zum Erben: ich lache der Wut.
Arie (Bass)
Stürze zu Boden, schwülstige Stolze! Mache zunichte, was sie erdacht! Lass sie den Abgrund plötzlich verschlingen, wehre dem Toben feindlicher Macht, lass ihr Verlangen nimmer gelingen!
Arie (Sopran)
Die Seele ruht in Jesu Händen, wenn Erde diesen Leib bedeckt. Ach ruft mich bald, ihr Sterbeglocken, ich bin zum Sterben unerschrocken, weil mich mein Jesus wieder weckt.
Concerto for Harpsichord and Strings, 2. Satz
Chor
Ach Gott, wie manches Herzeleid begegnet mir zu dieser Zeit! Der schmale Weg ist trübsalvoll, den ich zum Himmel wandern soll.
Concerto for Harpsichord and Strings, 3. Satz
Choral
Was frag ich nach der Welt! Im Hui muss sie verschwinden, ihr Ansehn kann durchaus den blassen Tod nicht binden. Die Güter müssen fort, und alle Lust verfällt; bleibt Jesus nur bei mir: Was frag ich nach der Welt!
Was frag ich nach der Welt! Mein Jesus ist mein Leben, mein Schatz, mein Eigentum, dem ich mich ganz ergeben, mein ganzes Himmelreich, und was mir sonst gefällt. Drum sag ich noch einmal: was frag ich nach der Welt!
Rezitativ (Bass)
Die Welt bekümmert sich.
Arie (Tenor)
Sanfte soll mein Todeskummer, nur ein Schlummer, Jesu, durch dein Schweißtuch sein. Ja, das wird mich dort erfrischen und die Zähren meiner Pein, von den Wangen tröstlich wischen.
Rezitativ (Bass)
Was muss doch wohl der Kummer sein? O Torheit! Dieses macht ihr Pein: Im Fall sie wird verachtet. Welt! Schäme dich! Gott hat dich ja so sehr geliebet, dass er sein eingebornes Kind vor deine Sünd zur größten Schmach um dein Ehre gibet, und du willst nicht um Jesu willen leiden?
Chor
Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen. Ihr aber werdet traurig sein. Doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden.
Rezitativ (Bass)
Die Traurigkeit der Welt ist niemals größer, als wenn man ihr mit List nach ihren Ehren trachtet. Es ist ja besser, ich trage Christi Schmach, solang es ihm gefällt. Es ist ja nur ein Leiden dieser Zeit, ich weiß gewiss, dass mich die Ewigkeit dafür mit Preis und Ehren krönet; ob mich die Welt verspottet und verhöhnet, ob sie mich gleich verächtlich hält, wenn mich mein Jesus ehrt: was frag ich nach der Welt!
Duett (Tenor & Bass)
Ein unbegreiflich Licht erfüllt den ganzen Kreis der Erden. Es schallet kräftig fort und fort, ein höchst erwünscht Verheißungswort: wer glaubt, der soll selig werden.
Rezitativ (Alt)
O unerschöpfter Schatz der Güte, So sich uns Menschen aufgetan: es wird der Welt, so Zorn und Fluch auf sich geladen, Ein Stuhl der Gnaden Und Siegeszeichen aufgestellt, und jedes gläubige Gemüte wird in sein Gnadenreich geladen.
Choral
Zwingt die Saiten in Cythara und lasst die süße Musica ganz freudenreich erschallen, dass ich möge mit Jesulein, dem wunderschönen Bräutgam mein, in steter Liebe wallen! Singet, springet, jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren! Groß ist der König der Ehren.
Wie bin ich doch so herzlich froh, dass mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende; er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen! Komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, deiner wart ich mit Verlangen.
Im August 1724 komponierte Johann Sebastian Bach als Leipziger Thomaskantor die Choralkantate „Was frag ich nach der Welt“ (BWV 94). Bachs Textdichter sparte dabei nicht mit wortgewaltigen Auslegungen über die Nichtigkeit allen irdischen Besitzes im Vergleich zur Herrlichkeit des Himmelreichs. So wird etwa im ersten Rezitativ das Bild eines stolzen Menschen gezeichnet, der sich in „Purpur, Gold, Silber, Seid und Samt“ kleidet, einen „Hochmuts-Turm“ errichtet und doch nur ein begrenztes Leben hat. – Diese drastischen Worte sind der Ausgangspunkt für das heutige Konzertprogramm, das Elina Albach für ihr Ensemble Continuum zusammengestellt hat. In der Art eines barocken Pasticcios wurden Chöre, Choräle, Arien und Duette aus Bach-Kantaten ausgewählt, deren Texte und musikalische Gestalt geradezu existenzielle Fragen behandeln, die trotz (oder vielleicht auch wegen) ihrer barocken Sprache an Aktualität nichts verloren haben.
€ 28 | 26 | 22 | erm. € 10
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Alice Baldwin
Mitwirkende Dmitry Ablogin spielt fünf verschiedene Instrumente, vier historische aus der Köthener Sammlung von Georg Ott und einen Bechstein-Konzertflügel.
Dmitry Ablogin spielt fünf verschiedene Instrumente, vier historische aus der Köthener Sammlung von Georg Ott und einen Bechstein-Konzertflügel.
Johann Sebastian Bach
Toccata e-Moll, BWV 914
Carl Phillipp Emanuel Bach (1714 – 1788)
Rondo A-Dur, Wq. 58/1
Wolfgang Amadé Mozart (1756 – 1791)
Rondo a-Moll, KV 511
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Rondo C-Dur, op. 51 Nr. 1
Frédéric Chopin (1810 – 1849)
Cantabile B-Dur, B.84
Nocturne Es-Dur, op. 55 Nr. 2
Felix Mendelssohn Bartholdy(1809 – 1847)
Rondo capriccioso, op. 14
Sergei Rachmaninow (1873 – 1943)
Melodie E-Dur, op. 3 Nr. 3
Nikolai Medtner (1880 – 1951)
Sonata Reminiscenza, op. 38 Nr. 1
Als ein „Meister menschlich-künstlerischer Zugewandtheit“ (Badische Zeitung) zählt Dmitry Ablogin zu den führenden Pianisten seiner Generation, gleichermaßen zu Hause auf historischen wie auf modernen Instrumenten. Preisträger zahlreicher Wettbewerbe, erlangte er durch seinen Erfolg beim Internationalen Chopin-Wettbewerb 2018 auf historischen Instrumenten in Warschau und beim Musica Antiqua Wettbewerb in Brügge 2019 weltweite Aufmerksamkeit. 2021 gewann er den 10. Internationalen Deutschen Pianistenpreis und gab sein Debüt in der Alten Oper Frankfurt. Dmitry trat auf renommierten Konzertbühnen auf, darunter die Berliner Philharmonie, die Kölner Philharmonie, die Laeiszhalle Hamburg, das Wiener Konzerthaus, das Concertgebouw Amsterdam, das Konzerthaus Freiburg, die Warschauer Philharmonie, das Vancouver Playhouse, die Queen’s Hall Edinburgh und die Glasgow City Halls. Als Solist konzertierte er mit Orchestern wie dem Freiburger Barockorchester, dem Scottish Chamber Orchestra, dem Orchestra of the Eighteenth Century, den Nürnberger Symphonikern und dem Folkwang Kammerorchester Essen. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Maxim Emelyanychev, Jakob Lehmann und Johannes Klumpp zusammen.
Neben seiner solistischen Tätigkeit widmet sich Dmitry mit besonderer Leidenschaft der Kammermusik und dem Lied. Zu seinen musikalischen Partnern zählen Künstlerpersönlichkeiten wie die Geigerin Alena Baeva, die Cellistin Anastasia Kobekina, die Sopranistin Kateryna Kasper, das Eliot Quartett und das Henschel Quartett. Seine Diskografie umfasst hoch angesehene Aufnahmen, darunter ein Doppelalbum mit Beethovens Diabelli-Variationen (Organum Classics), eingespielt auf einem modernen Fazioli-Konzertflügel und einem Hammerflügel, der 1825 von Nannette Streicher, einer engen Freundin Beethovens, erbaut wurde. Das Album wurde von BR-KLASSIK zum „Album der Woche“ gekürt. Seine vorherigen Alben mit Kammermusik von César Franck mit dem Eliot Quartett (Genuin) und Liedern von Fanny und Felix Mendelssohn mit der Sopranistin Kateryna Kasper (TYXArt) wurden für bedeutende Musikpreise wie den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“, den „Opus Klassik“ und die „International Classical Music Awards“ nominiert. Im Oktober 2023 veröffentlichte das Chopin-Institut Warschau sein jüngstes Album mit ausgewählten Spätwerken von Frédéric Chopin, eingespielt auf einem historischen Pleyel-Fortepiano Nr. 14810, Chopins letztem Instrument.
Geboren in Moskau, begann Dmitry im Alter von fünf Jahren mit Klavier- und Kompositionsunterricht bei Tamara Mezlumova. Sein Orchesterdebüt gab er im Alter von neun Jahren mit Haydns Klavierkonzert D-Dur. Nach seiner Ausbildung bei Kira Shashkina an der Moskauer Zentralen Musikschule studierte er an der Gnessin-Akademie für Musik bei Wladimir Tropp. Anschließend setzte er sein Studium in Deutschland bei Jesper Bøje Christensen fort und spezialisierte sich auf historische Klaviere und Aufführungspraxis. Im Oktober 2024 wurde Dmitry Ablogin zum Professor für Fortepiano an der Hochschule für Musik und Tanz Köln berufen.
€ 24 | erm. € 10
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Andreas Höfer
Mitwirkende Urban Strings Tabea Höfer BarockviolineGeorg Kallweit Barockvioline, Barockbratsche, VioloneLuise Enzian BarockharfeFlóra Fábri Orgel & Virginal
Tabea Höfer Barockvioline
Georg Kallweit Barockvioline, Barockbratsche, Violone
Luise Enzian Barockharfe
Flóra Fábri Orgel & Virginal
Die freudenreichen Mysterien
Heinrich Ignaz Franz von Biber (1644 – 1704)
Sonate Nr. 4 „Darstellung im Tempel“
Violine/Violine, Orgel & Harfe
Sonate Nr. 5 „Auffindung im Tempel“
Violine, Orgel, Cembalo & Harfe
Johann Sebastian Bach
Duett e-Moll (BWV 802)
Cembalo
Die schmerzreichen Mysterien
Heinrich Ignaz Franz von Biber
Sonate Nr. 6 „Christi Leiden am Ölberg“
Violine, Orgel & Cembalo
Sonate Nr. 16 „Schutzengelpassacaglia“
Violine & Viola
Verstimmung erwünscht! In seinen 15 „Rosenkranz-Sonaten” fordert der Salzburger Hofmusiker Heinrich Ignaz Franz Biber ebenso viele verschiedene Grundstimmungen für die Violine. Aber nicht nur das, auch der virtuose Anspruch und die Zahl geigerischer Raffinessen sind erheblich. Die Urban Strings gehen ganz neu an diese Sonaten heran, sie arrangieren neu und schichten das musikalische Material um. Das Ergebnis ist kein museales Update, sondern ein offener Prozess: historisches Material, gegenwärtig gelesen. Bibers Mysteriensonaten als System in Bewegung.
Das Rosenkranz-Gebet ist eine traditionelle Andachtsform der katholischen Kirche, die bis heute präsent ist. Der Name geht auf den mittelalterlichen Brauch zurück, Marienstatuen mit einem Kranz aus Rosenblüten zu schmücken. Dieser Blumenkranz findet seine Entsprechung in einem Perlenkranz, der zum meditativen Sprechen von Vater-unser- und Ave-Maria-Gebeten genutzt wird. Dem Ave Maria wird hierbei jeweils ein Vers hinzugefügt, der auf ein Ereignis im Leben von Maria und Jesus hinweist. Fünf der insgesamt 15 Verszusätze beziehen auf die Geburt Jesu, fünf auf die Passion und weitere fünf auf die Auferstehung und Himmelfahrt Christi sowie die Krönung Mariens. Entsprechend werden diese Fünferabschnitte „freudenreiche”, „schmerzhafte” und „glorreiche” Geheimnisse genannt.
Heinrich Ignaz Franz Biber hat für seinen Salzburger Erzbischof diese 15 Gebete rein instrumental als Lautmalereien vertont und dabei ausführlich Gebrauch der Skordatur gemacht, also des bewussten Umstimmens der Violine.
Sonate IVbezieht sich auf die Darstellung Jesu im Tempel 40 Tage nach der Geburt, der gesamte Satz ist als Chaconne über ein ständig sich wiederholendes Bassmotiv in der ernsten, würdigen d-Moll-Tonalität (a – d1 – a1 – d2) angelegt. Unbeschwert und lebensbejahend lässt Biber mit der Sonate V den ersten Teil seines Zyklus ausklingen: Die Violine hat eine A-Dur-Stimmung (a – e1 – a1 – cis2) und drückt mit einer kleinen Tanzreihe (Allemande, Gigue, Sarabande) die Freude der Eltern Jesu über den wiedergefundenen Jesus im Tempel aus.
In den musikalischen Darstellungen des schmerzhaften Rosenkranzes treibt Heinrich Ignaz Franz Biber den musikalischen Ausdruck zu einer radikalen Schärfe voran. Völlig ungewöhnlich ist die Grundstimmung in Sonate VI (as – es1 – g1 – d2), da die Töne der unteren Quinte jeweils einen Halbton über denen der oberen Quinte legen. Hier ist keine harmonische Mischung der Obertöne zu erwarten, denn es geht um das Leiden Christi auf dem Ölberg am Vorabend seines Todes. Bebende Tonwiederholungen symbolisieren die Ängste Jesu, aufsteigende Melodielinien die Gebete.
Zu den 15 Rosenkranz-Sonaten ergänzt Biber noch ein gewaltiges Abschlussstück für Violine solo, das den Beinamen „Der Schutzengel” trägt und wieder die gewohnte Geigenstimmung präsentiert. Vier abwärts gerichtete Töne bilden das formale Gerüst für die Komposition, in der Biber noch einmal bis an die Grenzen der geigerisch-technischen Möglichkeiten geht.
Biber-Zyklus am Freitag (13) (16) und Samstag (19) (25) (27)
Karten je Konzert: 14 €, ermäßigt 8 € | Karten für den gesamten Zyklus:55 €, ermäßigt 30 €
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
€ 14 | erm. € 8
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Alle zwei Jahre veranstaltet die Köthener BachGesellschaft den Bach-Wettbewerb für junge Klaviertalente. Rund 70 Teilnehmende aus dem gesamten deutschsprachigen Raum stellen sich der hochkarätig besetzten Jury unter Vorsitz
Alle zwei Jahre veranstaltet die Köthener BachGesellschaft den Bach-Wettbewerb für junge Klaviertalente. Rund 70 Teilnehmende aus dem gesamten deutschsprachigen Raum stellen sich der hochkarätig besetzten Jury unter Vorsitz des Leipziger Klavierprofessors Dietmar Nawroth. In diesem Konzert stellen sich die jugendlichen Preisträgerinnen und Preisträger des letzten Wettbewerbes vor.
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
3-stimmige Invention F-Dur BWV 779
Claude Debussy (1863 – 1918)
Arabesque Nr. 2
Moritz Eggert (*1965)
Hämmerklavier XXVIII: Allemande
Barbara Heller (1936 – 2016)
Klangspuren: Erinnerung
Johann Sebastian Bach
Präludium und Fuge Nr. 2 c-Moll, BWV 847
Leoš Janáček (1854 – 1928)
Im Nebel
I. Andante
Jean Sibelius (1865 – 1957)
13 Pieces
Op. 76 Nr. 12 „Capriccietto“
Franz Liszt (1811 – 1886)
Paganini-Etüde Nr. 2 in Es-Dur
Johann Sebastian Bach
Chaconne aus der Partita Nr. 2 d-Moll für Violine solo BWV 1004
Ferruccio Busoni (1866 – 1924)
Chaconne aus der Partita Nr. 2 d-Moll für Violine solo von J.S.Bach, bearbeitet für Klavier
€ 16 | erm. € 10
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mutter. Seele. Allein. Immersive Installation von Hyunju Oh | Klangsäule – Audio-Installation von Tibor Kovacs und dem Ensemble Evviva. Zugang jederzeit möglich. Eintritt frei!
Mutter. Seele. Allein. Immersive Installation von Hyunju Oh | Klangsäule – Audio-Installation von Tibor Kovacs und dem Ensemble Evviva.
Zugang jederzeit möglich. Eintritt frei!
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
Unterstützt durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung.

Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Sie sind gefragt: Ob lange geplant oder spontan entschlossen – machen Sie einfach mit.In spätsommerlicher Atmosphäre lädt die Tänzerin und Tanzpädagogin Janna Hoffmann ein, im Park den
Sie sind gefragt: Ob lange geplant oder spontan entschlossen – machen Sie einfach mit.
In spätsommerlicher Atmosphäre lädt die Tänzerin und Tanzpädagogin Janna Hoffmann ein, im Park den Fußspuren von Bachs Musik zu folgen. Von einem Oboentrio begleitet nähern Sie sich Bachs Musik nicht nur hörend, sondern auch bewegt an. Unter professioneller Anleitung werden seine musikalischen Elemente aufgegriffen und in einfache Bewegungsfolgen verwandelt. Bringen Sie Lust zum Tanzen und Freude an der Bewegung mit. Jeder und jede ist willkommen, Neugierige ohne Vorerfahrungen, Musik- und Tanzbegeisterte!
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mitwirkende Midori Seiler BarockviolineChristian Rieger Cembalo Programm Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Midori Seiler Barockvioline
Christian Rieger Cembalo
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Sonate e-moll für Violine und Basso continuo BWV 1023
Praeludium – Adagio ma non tanto – Allemande – Gigue
Sonate G-Dur für Violine und Basso continuo BWV 1021
Adagio – Vivace – Largo – Presto
Suite in A-Dur für Violine und Cembalo obligato BWV 1025
Transkription einer Lautenkomposition von Silvius Leopold Weiss
Fantasia – Courante – Entrée – Rondeau – Sarabande – Menuett – Allegro
Die meisten Kompositionen von Johann Sebastian Bach wurden der Nachwelt in Handschriften überliefert, da der Thomaskantor nur sehr wenige seiner Werke drucken ließ. Viele der Manuskripte, darunter der Großteil der Kantaten und Passionen, sind im Autograph erhalten geblieben bzw. von Kopisten im unmittelbaren Umfeld Bachs angefertigt worden, so dass die Echtheit und oft sogar der Entstehungszeitraum klar bestimmbar sind. Schwieriger wird es allerdings bei Kompositionen, die nur in späteren Abschriften existieren und deren Zuschreibung damit oftmals erst Jahrzehnte nach Bachs Tod vorgenommen wurde; dazu zählen beispielsweise viele Orgelwerke und Kammermusik. In Zweifelsfällen muss hier mit stilistischen Kriterien über die Echtheit befunden werden, wobei eine endgültige Sicherheit nicht gewährleistet ist. So konnten von etlichen Kompositionen, die lange dem Thomaskantor zugeschrieben worden waren, inzwischen durch neue Quellenfunde die tatsächlichen Autoren ermittelt werden, während die Echtheits-Diskussionen über andere mutmaßliche Bach-Werke weiter bestehen bleiben.
DieSonate e-Moll (BWV 1023) ist nicht im Autograph, sondern in einer zeitgenössischen Abschrift eines Dresdner Hofkopisten überliefert. Vorgesehen war das Stück in dieser Erstfassung für Violine und Basso continuo, was die Vermutung nährt, dass es im Auftrag des Dresdner Hofgeigers Johann Pisendel angefertigt wurde, mit dem sich Bach erstmals 1709 in Weimar getroffen hat. Auffallend ist an der Sonate die Heterogenität der einzelnen Sätze: Der einleitende Satz besteht aus einer durchgängigen Sechzehntel-Bewegung über einen Orgelpunkt, der zweite Satz ist von expressiver Chromatik geprägt, die beiden abschließenden Sätze dagegen weisen ausgesprochenen Tanzcharakter auf. Damit wirkt die Komposition wie ein Hybrid zwischen Sonate und Suite.
Das Trio A-Dur (BWV 1025) stammt ganz sicher von Johann Sebastian Bach, es handelt sich allerdings um das Arrangement einer Sonate des Dresdner Hoflautenisten Silvius Leopold Weiss. Die beiden Musiker verband lebenslang eine enge Freundschaft, überliefert sind mehrere Treffen so etwa 1739 in Leipzig, wo sich sich Weiss und ein anderer Dresdner Musiker „etliche mal bey uns haben hören laßen.“ Etwa um diese Zeit arbeitete Bach die Sonate Nr. 47 A-Dur von Weiss zu einem Trio für Violine und Cembalo um, indem er dem ursprünglichen Lautenpart eine weitere kontrapunktische Stimme hinzufügte.
Die Sonate G-Dur schließlich für Violine und Basso continuo (BWV 1021) orientiert sich in ihrer Satzfolge am üblichen Muster der Corellischen Sonata da chiesa. Das Stück bietet aber auch darüber hinaus interessante Erkenntnisse, gehört es doch zu einer Sammlung von drei Kompositionen, deren Bassstimmen identisch sind und die sich lediglich durch die Gestaltung der Soloparts unterscheiden. Während die Autorschaft der beiden anderen Werke (BWV 1022 und 1038) dieser Dreiergruppe nicht geklärt ist, kann die G-Dur-Sonate zweifelsfrei Johann Sebastian Bach zugeschrieben werden. Offenbar komponierte er das Stück um 1732/33 für den jungen Grafen Heinrich Abraham von Boineburg, der in der betreffenden Zeit als Privatschüler des Leipziger Thomaskantors nachweisbar ist.
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
€ 20 | erm. € 10
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Mitwirkende Urban Strings Tabea Höfer BarockviolineGeorg Kallweit Barockvioline, Barockbratsche, VioloneLuise Enzian BarockharfeFlóra Fábri Orgel & Virginal
Tabea Höfer Barockvioline
Georg Kallweit Barockvioline, Barockbratsche, Violone
Luise Enzian Barockharfe
Flóra Fábri Orgel & Virginal
Die schmerzreichen Mysterien
Heinrich Ignaz Franz von Biber (1644 – 1704)
Sonate Nr. 7 „Die Geißelung“
Violine & Cembalo
Georg Muffat (1653 – 1704)
Passacaglia in g aus Apparatus musico-organisticus
Cembalo
Heinrich Ignaz Franz von Biber
Sonate Nr. 8 „Die Dornenkrone“
Violine, Cembalo & Orgel
Johann Jakob Froberger (1616 – 1667)
„Meditation fait sur la mort future“ C-Dur
Harfe
Heinrich Ignaz Franz von Biber
Sonate Nr. 9 „Der Kreuztragung“
Violine, Viola, Cembalo & Orgel
Mit den „Rosenkranz-” oder auch „Mysterien”-Sonaten hat der Salzburger Meistergeiger Heinrich Ignaz Franz Biber einen absolut einzigartigen Zyklus für Violine und Basso continuo geschaffen. Die 15 Sonaten sind musikalische Illustrationen der 15 Rosenkranz-Gesätze, also Begebenheiten aus dem Leben Jesu und Mariens von der Verkündigung über die Geburt, Leiden, Tod und Auferstehung bis hin zur HImmelfahrt. In der Bearbeitung der Urban Strings klingen die Sonaten ganz neu: Aufgefächert auf mehr Instrumente wird das musikalische Material umgeschichtet und ganz anders erlebbar.
Sehr eindringlich erscheint die Sonate VII, in der mit peitschenden Akkorden die Geißelung Christi geschildert wird; die Violinstimmung entspricht hierbei einem F-Dur-Akkord in enger Lage (c1 – f1 – a1 – c2). In der VIII. Sonate (Dornenkrönung: d1 – f1 – b1 – d2) geht Biber noch einen Schritt weiter und lässt die tiefste Saite noch einen Ton höher spannen – sie befindet somit eine volle Quinte über der Normalstimmung. Auch die beiden Mittelsaiten stehen unter hoher Spannung, was den qualvollen Moment der Dornenkrönung und der spottenden Soldaten wirkungsvoll verdeutlicht. Die Sonate IX(c1 – e1 – a1 – e2) verweist mit ernsten Akkorden und anscheinend ziellosen Läufen auf den Kreuzweg Christi.
Überliefert ist die Sammlung übrigens nur in einer einzigen Quelle, der originalen Widmungshandschrift. Sie wird heute in der Bayerischen Staatsbibliothek in München aufbewahrt. Leider ist dem Manuskript das Titelblatt abhanden gekommen, weshalb uns auch Bibers eigene Bezeichnung der Stücke vorenthalten bleibt. Die beiden heute gebräuchlichen Titel „Rosenkranz”- bzw. „Mysterien”-Sonaten sind Wortschöpfungen des 20. Jahrhunderts.
Biber-Zyklus am Freitag (13) (16) und Samstag (19) (25) (27)
Karten je Konzert: 14 €, ermäßigt 8 € | Karten für den gesamten Zyklus:55 €, ermäßigt 30 €
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
€ 14 | erm. € 8
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Live-Übertragungen der Konzerte (19) (21) und (24) aus dem Spiegelsaal in Bild und Ton auf eine LED-Wand. In den Konzertpausen gibt es Livemusik von der
Live-Übertragungen der Konzerte (19) (21) und (24) aus dem Spiegelsaal in Bild und Ton auf eine LED-Wand. In den Konzertpausen gibt es Livemusik von der Musikschule Johann Sebastian Bach!
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Vor über 900 Jahren wurde Köthen erstmals erwähnt und erlebte eine wechselvolle Geschichte. Die Besucher lernen die malerische Altstadt mit vielen Häusern aus der Renaissance, dem Barock und
Vor über 900 Jahren wurde Köthen erstmals erwähnt und erlebte eine wechselvolle Geschichte. Die Besucher lernen die malerische Altstadt mit vielen Häusern aus der Renaissance, dem Barock und auch prächtige Gründerzeitbauten kennen. Der Bummel führt über die „Promenade auf dem Walle“, wo man interessante und unterhaltsame Details über die Menschen, die die Mauern dieser Stadt mit Leben füllten, erfährt.
Treffpunkt: Touristinformation im Schloss Köthen
Dauer: 90 Minuten | Karten: 5 € | Weitere Informationen auf www.schlosskoethen.de.
Ilka Seifert
Mitwirkende Trio Evviva BlockflötenHyunju Oh Installation und PerformanceTibor Kovacs Sound ArtSerra Tavsanli KlavierLuis Miehlich VideoVeronika Sazanova CembaloIlka
Trio Evviva Blockflöten
Hyunju Oh Installation und Performance
Tibor Kovacs Sound Art
Serra Tavsanli Klavier
Luis Miehlich Video
Veronika Sazanova Cembalo
Ilka Seifert Leitung
Leere Räume mit viel Geschichte und ungewisser Zukunft verströmen die Melancholie des Vergangenen. Gleichzeitig bieten sie viel Potential für neue Visionen, Gestaltungen und Nutzungen. »Spuren« begibt sich mit Klängen, Bildern und Performances auf die Suche nach der vielfältigen Vergangenheit des Schlosses.
Zugang jederzeit möglich. Eintritt frei!
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
Unterstützt durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung.

Der Köthener Künstler und Instrumentenbauer stellt anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums Geschichte, Herstellung und Klangvariationen von Dudelsäcken. Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.Veranstalter:
Der Köthener Künstler und Instrumentenbauer stellt anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums Geschichte, Herstellung und Klangvariationen von Dudelsäcken.
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
Veranstalter: Schloss Köthen
Montforter Zwischentöne
Mitwirkende Bertram Burkert E-Gitarre Bertram Burkert studierte klassische Gitarre sowie Jazzgitarre im Bachelor und Master bei u.a. Michael Wollny, Frank Möbus,
Bertram Burkert E-Gitarre
Bertram Burkert studierte klassische Gitarre sowie Jazzgitarre im Bachelor und Master bei u.a. Michael Wollny, Frank Möbus, Richie Beirach und Thomas Müller-Pering. In dieser Zeit war er Stipendiat der deutschen Studienstiftung und wurde mit verschiedenen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet.
Seitdem ist Bertram Burkert gleichermaßen in Jazz, Klassik und Pop zuhause.
Er ist Mitglied des Barock-Ensembles „Continuum“, Teil des Hania Rani Ensembles und 2025 mit ihr auf Europa-Tour, spielt mit deutschen KünstlerInnen wie Patrick Watson oder Clueso. 2022 komponierte und produzierte er die Theatermusik für „Undine geht“ an der Schaubühne Berlin. Er veröffentlichte zwei Soloalben, drei Alben mit dem Jazz Quartett Stax und kürzlich das Debutalbum seiner Band Conic Rose „Heller Tag“. Seitdem wurde Conic Rose für Konzerte auf verschiedenste Festivals (Sydney Festival in Australien, Headliner Viersen Jazzfestival, Jazzahead Bremen) eingeladen.
Durch ständig neue Kollaborationen und technische Experimente – momentan die Programmierung eigener Effekte in Max MSP – versucht er sich frisch zu halten für die nächsten Ausflüge.
€ 8 | erm. € 6
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Alice Baldwin
Mitwirkende Dmitry Ablogin Historische Klaviere Programm Johann Christian Bach (1735 – 1782)
Dmitry AbloginHistorische Klaviere
Johann Christian Bach (1735 – 1782)
Klaviersonate c-Moll, op. 17 Nr. 2
Joseph Haydn (1732 – 1809)
Klaviersonate g-Moll, Hob. XVI:44
Joseph Martin Kraus (1756 – 1792)
Klaviersonate Nr. 2 in Es-Dur
Als ein „Meister menschlich-künstlerischer Zugewandtheit“ (Badische Zeitung) zählt Dmitry Ablogin zu den führenden Pianisten seiner Generation, gleichermaßen zu Hause auf historischen wie auf modernen Instrumenten. Preisträger zahlreicher Wettbewerbe, erlangte er durch seinen Erfolg beim Internationalen Chopin-Wettbewerb 2018 auf historischen Instrumenten in Warschau und beim Musica Antiqua Wettbewerb in Brügge 2019 weltweite Aufmerksamkeit. 2021 gewann er den 10. Internationalen Deutschen Pianistenpreis und gab sein Debüt in der Alten Oper Frankfurt. Dmitry trat auf renommierten Konzertbühnen auf, darunter die Berliner Philharmonie, die Kölner Philharmonie, die Laeiszhalle Hamburg, das Wiener Konzerthaus, das Concertgebouw Amsterdam, das Konzerthaus Freiburg, die Warschauer Philharmonie, das Vancouver Playhouse, die Queen’s Hall Edinburgh und die Glasgow City Halls. Als Solist konzertierte er mit Orchestern wie dem Freiburger Barockorchester, dem Scottish Chamber Orchestra, dem Orchestra of the Eighteenth Century, den Nürnberger Symphonikern und dem Folkwang Kammerorchester Essen. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Maxim Emelyanychev, Jakob Lehmann und Johannes Klumpp zusammen.
Neben seiner solistischen Tätigkeit widmet sich Dmitry mit besonderer Leidenschaft der Kammermusik und dem Lied. Zu seinen musikalischen Partnern zählen Künstlerpersönlichkeiten wie die Geigerin Alena Baeva, die Cellistin Anastasia Kobekina, die Sopranistin Kateryna Kasper, das Eliot Quartett und das Henschel Quartett. Seine Diskografie umfasst hoch angesehene Aufnahmen, darunter ein Doppelalbum mit Beethovens Diabelli-Variationen (Organum Classics), eingespielt auf einem modernen Fazioli-Konzertflügel und einem Hammerflügel, der 1825 von Nannette Streicher, einer engen Freundin Beethovens, erbaut wurde. Das Album wurde von BR-KLASSIK zum „Album der Woche“ gekürt. Seine vorherigen Alben mit Kammermusik von César Franck mit dem Eliot Quartett (Genuin) und Liedern von Fanny und Felix Mendelssohn mit der Sopranistin Kateryna Kasper (TYXArt) wurden für bedeutende Musikpreise wie den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“, den „Opus Klassik“ und die „International Classical Music Awards“ nominiert. Im Oktober 2023 veröffentlichte das Chopin-Institut Warschau sein jüngstes Album mit ausgewählten Spätwerken von Frédéric Chopin, eingespielt auf einem historischen Pleyel-Fortepiano Nr. 14810, Chopins letztem Instrument.
Geboren in Moskau, begann Dmitry im Alter von fünf Jahren mit Klavier- und Kompositionsunterricht bei Tamara Mezlumova. Sein Orchesterdebüt gab er im Alter von neun Jahren mit Haydns Klavierkonzert D-Dur. Nach seiner Ausbildung bei Kira Shashkina an der Moskauer Zentralen Musikschule studierte er an der Gnessin-Akademie für Musik bei Wladimir Tropp. Anschließend setzte er sein Studium in Deutschland bei Jesper Bøje Christensen fort und spezialisierte sich auf historische Klaviere und Aufführungspraxis. Im Oktober 2024 wurde Dmitry Ablogin zum Professor für Fortepiano an der Hochschule für Musik und Tanz Köln berufen.
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
€ 20 | erm. € 10
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mitwirkende Marsyas BaroqueBernhard Schrammek Moderation Programm Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Marsyas Baroque
Bernhard Schrammek Moderation
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Englische Suite Nr. 4 in G-Dur (BWV 809)
1. Prelude
Triosonate in G-Dur (BWV 1039)
3. Adagio e piano
4. Presto
Englische Suite Nr. 2 in c-Moll (BWV 807)
2. Allemande
5. Bourrée I & II
Concerto in C-Dur (BWV 1032)
3. Allegro
Charles Dieupart (1676-1751)
Suite Nr. 3 in h-Moll
1. Ouverture
2. Allemande
Georg Philipp Telemann(1681-1767)
Triosonate in a-Moll (TWV 42:a1)
1. Affettuoso
2. Vivace
4. Menuet & Trio
Johann Sebastian Bach
Englische Suite Nr. 4 in G-Dur (BWV 809)
5. Menuett I & II
6. Gigue
Was immer Sie an Fragen über Johann Sebastian Bach auf dem Herzen haben, immer her damit! Wenn Bernhard Schrammek, Bach-Podcaster und Moderator, mit Antworten nicht mehr weiter weiß, fängt das Ensemble Marsyas Baroque mit Spielen an. Es gibt Kammermusik in Originalen und Arrangements von Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann und Charles Dieupart.
In Kooperation mit dem Schlossbund Köthen (Anhalt) e.V.
€ 8 | erm. € 6
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mitwirkende Miriam Feuersinger SopranSylvia Ackermann Historische Claviere Programm Johann Christian Bach (1735 – 1782)
Miriam Feuersinger Sopran
Sylvia Ackermann Historische Claviere
Johann Christian Bach (1735 – 1782)
Sonate G-Dur
1. Satz Allegro
Johann Friedrich Reichardt (1752 – 1814)
Musensohn
Sehnsucht
Carl Philipp Emanuel Bach (1714 – 1788)
Bitten Wq 194/9
Trostlied Wq 195/3
Friedrich Wilhelm Rust (1739 – 1796)
Beruhigung
Abendlied
12. Sonate D-Dur
2. Satz Grave
3. Satz Allegretto
„Schubertiaden” sind keine Seltenheit – aber was ist eine „Rustiade”? Im Grunde eine genauso reizvolle Angelegenheit: In zwangloser Folge werden Clavierstücke, Lieder und Kammermusik des Dessauer Musikdirektors Friedrich Wilhelm Rust sowie seiner unmittelbaren Lehrer und Zeitgenossen aufgeführt, hinzu kommen poetische Texte.
Rust steht mit seinem fast komplett vergessenen Werk im Fokus der diesjährigen Bachfesttage, da er in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts für die Region Köthen/Dessau große Bedeutung besaß. Von 1755 bis 1758 besuchte der gebürtige Wörlitzer das Gymnasium in Köthen und wandte sich anschließend zum Studium an die Universität Halle. Hier lernte er Wilhelm Friedemann Bach kennen, der als Organist in dieser Stadt wirkte. Einige Jahre später finanzierte ihm der Dessauer Fürst einen Aufenthalt in Berlin und Potsdam, wo Rust vom Geiger Franz Benda und vom königlichen Cembalisten Carl Philipp Emanuel Bach Unterweisungen erhielt. Schließlich schloss sich 1765/66 noch eine Italienreise an, in deren Verlauf Rust mit Giuseppe Tartini und Giovanni Battista Martini zusammentraf. So umfassend gebildet, übernahm Rust ab 1769 die Federführung über sämtliche musikalischen Aktivitäten in Dessau. Er führte regelmäßige Konzerte ein, gründete das “Gesellschaftliche Theater” und wurde zum fürstlichen Musikdirektor ernannt. Neben Kantaten, Bühnenwerken und Instrumentalmusik schuf Rust zahlreiche Klaviersonaten, in denen er mit virtuosen Passagen eine ganz eigene musikalische Handschrift offenbarte. Aber auch seine Kammermusik und die Lieder sind von beeindruckender Qualität.
Gefördert aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes, gefördert durch die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt und das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
€ 8 | erm. € 6
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mitwirkende Clara Blessing Oboe d’amoreMarcello Gatti TraversflöteKöthener BachCollektiv Programm Johann Sebastian Bach
Clara Blessing Oboe d’amore
Marcello Gatti Traversflöte
Köthener BachCollektiv
Johann Sebastian Bach
Konzert für Oboe d’amore (BWV 1055)
Allegro – Larghetto – Allegro ma non tanto
Suite Nr. 2 h-moll (BWV 1067)
Ouvertüre – Rondeau – Sarabande – Bourrée I & II – Polonaise & Double – Menuett – Badinerie
Kaum vorstellbar, dass Johann Sebastian Bach in Leipzig neben seinen vielen Verpflichtungen als Thomaskantor auch noch die Möglichkeit fand, sich der reinen Instrumentalmusik zu widmen. Und doch übernahm er 1729 die Leitung des örtlichen „Collegium musicum“. Sein Freund und Kollege Georg Philipp Telemann hatte dieses vornehmlich aus Studenten bestehende Instrumentalensemble 1704 gegründet, seitdem waren die Musiker zu vielen Anlässen von Stadt und Kirche gefragt. Ab etwa 1720 wurde ein fixer wöchentlicher Konzerttermin des Ensembles im „Caffeé-Hauß“ von Gottfried Zimmermann eingeführt. Während der Sommermonate konnten die Leipziger Bürger der Musik sogar unter freiem Himmel, in einem vor den Toren der Stadt gelegenen Garten, lauschen. Johann Sebastian Bach stand dem Collegium musicum rund 15 Jahre vor, man darf annehmen, dass in den Konzerten sowohl seine eigenen Werke als auch jene bekannter Zeitgenossen erklungen sind.
In unmittelbarem Zusammenhang mit den Aktivitäten des Leipziger Collegium musicum stehen Bachs sieben Cembalokonzerte, die er 1738/39 in einem Band vereinte. Aufgebaut sind die Werke nach dem Muster des modernen, maßgeblich von Antonio Vivaldi entwickelten italienischen Concertos mit zwei schnellen Rahmensätzen und einem langsamen Mittelsatz. – Gleichwohl handelt es sich bei diesem Konzertzyklus um Bearbeitungen früherer Werke für andere Soloinstrumente.
So geht das Cembalokonzert A-Dur (BWV 1055) mit hoher Wahrscheinlichkeit auf ein Konzert für Oboe d’amore zurück, das Bach mutmaßlich als Köthener Hofkapellmeister geschrieben hat. Dafür spricht der außerordentlich kantable Solopart, der sich auf einem Blasinstrument noch viel eindrucksvoller wiedergeben lässt als auf dem Cembalo. Einen überraschend weihnachtlichen Effekt bietet der langsame Mittelsatz, den Bach im typischen 12/8-Takt einer Siciliana angelegt hat.
Die Ouvertürensuite war im beginnenden 18. Jahrhundert eine sehr beliebte Gattung der Orchestermusik. Mit einer gewichtigen Ouvertüre im französischen Stil zu Beginn und einer abwechslungsreichen Serie von kurzen Tanz- oder Charaktersätzen sorgten die Suiten an großen und kleinen Höfen, aber auch im städtischen Umfeld für festlichen Glanz. Georg Philipp Telemann hatte sich mit weit mehr als 100 Werken regelrecht auf die Ouvertürensuite spezialisiert, aber auch Johann Friedrich Fasch und Christoph Graupner beschäftigten sich mit dieser Modegattung.
Von Johann Sebastian Bach sind immerhin vier Ouvertürensuiten überliefert, mit denen er in den 1730er Jahren das Repertoire seines Leipziger Collegium musicum bereichert hat. Gleichwohl basieren einige der Stücke auf früheren Fassungen, die Bach in Köthen bzw. Weimar komponiert hat.
Die Ouvertürensuite h-Moll (BWV 1067) für Traversflöte, Streicher und Basso continuo unterscheidet sich signifikant von ihren drei Schwesterwerken. Zwar besteht auch diese Suite aus einer Ouverture und mehreren sich daran anschließenden Tanzsätzen, allerdings setzt Bach die Soloflöte derart exponiert ein, dass auch von einem Konzert in Suitenform gesprochen werden könnte. Schon im Hauptteil des Eingangssatzes entwickelt sich weniger – wie sonst in Ouvertüren üblich – eine strenge konzertante Fuge als ein abwechslungsreicher Dialog zwischen Flöte und Tuttibesetzung. Auch in den Tanzsätzen, bis hin zur abschließenden Badinerie, bleibt die Flöte in brillant-unbeschwerter Weise Mittelpunkt der Komposition.
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
€ 20 | erm. € 10
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Andreas Höfer
Mitwirkende Urban Strings Tabea Höfer BarockviolineGeorg Kallweit Barockvioline, Barockbratsche, VioloneLuise Enzian BarockharfeFlóra Fábri Orgel & Virginal
Tabea Höfer Barockvioline
Georg Kallweit Barockvioline, Barockbratsche, Violone
Luise Enzian Barockharfe
Flóra Fábri Orgel & Virginal
Die schmerzreichen Mysterien
Heinrich Ignaz Franz von Biber (1644 – 1704)
Sonate Nr. 10 „Die Kreuzigung“
Violine, Viola, Cembalo, Orgel & Harfe
Johann Sebastian Bach
Adagio aus der Gambensonate g-Moll (BWV 1029 in f, arrangiert für Harfe & Cembalo)
Harfe & Cembalo
Die glorreichen Mysterien
Heinrich Ignaz Franz von Biber
Sonate Nr. 11 „Die Auferstehung“
Violine, Violone, Harfe, Cembalo & Orgel
Sonate Nr. 12 „Christi Himmelfahrt“
Violine, Violone, Harfe, Cembalo & Orgel
Jeweils fünf „freudenreiche”, „schmerzhafte” und „glorreiche” Geheimnisse umfasst das traditionelle Rosenkranzgebet. Thematisiert wird in jedem der 15 “Gesätze” eine Begebenheit aus dem Leben Jesu und Mariens, von der Verkündigung über die Geburt, das Leiden und den Tod, bis hin zur Auferstehung und der Himmelfahrt Jesu und Mariens. Heinrich Ignaz Franz Biber hat für seinen langjährigen Gönner, dem Salzburger Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg, einen Zyklus mit genau 15 Violinsonaten komponiert, die diese Gesätze musikalisch illustrieren. Als Anlass der Komposition wird die Weihe der Wallfahrtskirche Maria Plain bei Salzburg im Jahre 1674 vermutet. Im selben Jahr war Graf Kuehnburg Mitglied einer Rosenkranz-Bruderschaft geworden, also eines Zusammenschlusses also von einflussreichen Personen, die sich unter das Protektorat der Gottesmutter Maria stellten und das Rosenkranzgebet förderten.
Mit jeweils unterschiedlichen Stimmungen und einer überaus abwechslungsreichen Gestaltung formt Biber diese Sonaten zu überragenden Charakterstücken. Dies wird besonders deutlich beim Übergang vom schmerzhaften zum glorreichen Rosenkranz:
Sonate X (g – d1 – a1 – d2) charakterisiert mit schmerzlichen Harmonien und trauernden Melodien, aber auch aggressiven Punktierungen die Kreuzigung. Danach aber setzt Biber mit einem instrumententechnischen Kniff ein außergewöhnliches Zeichen. In der Stimmung der Auferstehungs-Sonate XI (g – g1 – d1 – d2) legt er fest, dass die mittleren Saiten überkreuzt werden müssen, so dass die dritte Saite höher als die zweite klingt und außerdem die beiden jeweils äußeren Saitenpaare in Oktavparallelen gestimmt sind. Diese komplett modifizierte Instrumentenstruktur darf als symbolische Anspielung auf die ebenso grundlegenden Veränderungen des Osterereignisses verstanden werden. In den jubelnden Ton des Satzes webt Biber kunstvoll den Osterchoral Surrexit Christus hodie ein. Um die Himmelfahrt Christi effektreich darzustellen, verlangt Biber danach in der Sonate XIIeine reine C-Dur-Stimmung (c1 – e1 – g1 – c2) und lässt die Violine nach Art einer Trompete spielen (Aria Tubicinium).
Biber-Zyklus am Freitag (13) (16) und Samstag (19) (25) (27)
Karten je Konzert: 14 €, ermäßigt 8 € | Karten für den gesamten Zyklus:55 €, ermäßigt 30 €
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
€ 14 | erm. € 8
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mitwirkende Rundfunk-Jugendchor WernigerodeHändelfestspielorchesterRobert Göstl LeitungBernhard Schrammek Moderation Programm Georg Friedrich Händel (1685
Rundfunk-Jugendchor Wernigerode
Händelfestspielorchester
Robert Göstl Leitung
Bernhard Schrammek Moderation
Georg Friedrich Händel (1685 – 1759)
Concerto grosso G-Dur op. 6 Nr. 1, HWV 319
A tempo giusto – Allegro – Allegro
Georg Friedrich Händel
Aus dem »Messiah«, HWV 056: Nr. 4 Chorus
„And the Glory of the Lord“
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Aus der Kantate »Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut«, BWV 117, Nr. 1 Chor
„Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut“
Georg Friedrich Händel
Aus dem »Messiah«, HWV 056: Nr. 15 Chor
Glory to God in the Highest
Johann Sebastian Bach
Aus dem »Weihnachtsoratorium«, BWV 248: Nr. 1 Chor
„Jauchzeit frohlocket, auf preiset die Tage“
Georg Friedrich Händel
Aus dem »Messiah«, HWV 056: Nr. 12 Chorus
„For unto us a Child is born“
Johann Sebastian Bach
Konzert für Oboe, Violine und Streicher c-Moll, BWV 1060
Adagio
Georg Friedrich Händel
Aus dem »Messiah«, HWV 56: Nr. 39 Chorus
»Hallelujah«
Johann Sebastian Bach
Aus der Messe h-Moll, BWV 232: Teil IV, Nr. 5 Chorus
„Dona nobis pacem“
Aus der Kantate »Herz und Mund und Tat und Leben«, BWV 147, Nr. 10 Choral
„Jesus bleibet meine Freude“
Kann man Bach und Händel wirklich miteinander vergleichen? Natürlich nicht. Beide waren außergewöhnliche Komponisten, die zufällig im selben Jahr geboren wurden, aber dann ganz unterschiedliche Schwerpunkte in ihrem musikalischen Leben gesucht und gefunden haben. Händel wurde der weltgewandte Kosmopolit, der in Italien und vor allem in London mit seinen Opern und Oratorien für Furore sorgte, selbst Opernunternehmen leitete und geradezu kultisch verehrt wurde. Und Bach, der den mitteldeutschen Radius kaum verlassen hat, konzentrierte sich vor allem auf die Kirchenmusik und bewahrte sich einen Sinn für konservative Kontrapunktik.
Getroffen haben sich die beiden nie, wohl aber voneinander gehört.
Im Konzert des Rundfunkjugendchors Wernigerode und des Händelfestspielorchesters Halle werden die beiden doch miteinander verglichen, und zwar im Bezug auf die Wirkung ihrer Chormusik.
€ 28 | erm. € 10
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Das Konzert „(26) Bach vs. Händel – Wer schrieb die schönsten Chorstücke?“ aus dem Johann Sebastian Bach-Saal wird live in Ton und Bild auf die Leinwand auf der
Das Konzert „(26) Bach vs. Händel – Wer schrieb die schönsten Chorstücke?“ aus dem Johann Sebastian Bach-Saal wird live in Ton und Bild auf die Leinwand auf der Wiese hinter dem Dürerbundhaus übertragen.
Eintritt frei!
Fast live aus Naumburg erklingt Bachs Musik auf einem der wenigen Instrumente, die sich aus seiner Zeit erhalten haben: Die einzigartige Orgel von Zacharias Hildebrandt, 1746 für die
Fast live aus Naumburg erklingt Bachs Musik auf einem der wenigen Instrumente, die sich aus seiner Zeit erhalten haben: Die einzigartige Orgel von Zacharias Hildebrandt, 1746 für die Kirche St. Wenzel in Naumburg gebaut und von Johann Sebastian Bach abgenommen.
Eintritt frei!
Andreas Höfer
Mitwirkende Urban Strings Tabea Höfer BarockviolineGeorg Kallweit Barockvioline, Barockbratsche, VioloneLuise Enzian BarockharfeFlóra Fábri Orgel & Virginal
Tabea Höfer Barockvioline
Georg Kallweit Barockvioline, Barockbratsche, Violone
Luise Enzian Barockharfe
Flóra Fábri Orgel & Virginal
Heinrich Ignaz Franz von Biber (1644 – 1704)
Sonate Nr. 13 „Das Kommen des heiligen Geistes“
Violinen, Harfe, Cembalo & Orgel
Johann Sebastian Bach
Duetto G-Dur (BWV 804)
Cembalo
Heinrich Ignaz Franz von Biber
Sonate Nr. 15 „Krönung der Jungfrau Maria“
Violine, Harfe & Cembalo
Johann Sebastian Bach
Aria aus den Goldberg-Variationen (BWV 988)
Harfe
Heinrich Ignaz Franz von Biber
Sonate Nr. 14 „Mariä Himmelfahrt“
Violine, Violone, Harfe, Cembalo & Orgel
Die Urban Strings lesen in einem fünfteiligen Zyklus bei den Köthener Bachfesttagen die berühmten Rosenkranz-Sonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber völlig neu. Statt der gewohnten Besetzung mit Violine und Basso continuo wirken noch weitere Instrumente mit, die eine andere Herangehensweise an das epochale Werk nach sich ziehen.
In der Widmung seiner Partitur schrieb Biber an seinen Auftraggeber, den Salzburger Fürsterzbischof: „Du wirst meine mit vier Saiten bespannte und in fünfzehnfachem Wechsel gestimmte Geige in verschiedenen Sonaten, Präludien, Allemanden, Sarabanden, Arien, Ciaconnen, Variationen etc. in Verbindung mit dem Basso Continuo vernehmen […]. Wenn Du die Ursache für diese Zahl wissen willst, werde ich es Dir erklären: All das habe ich nämlich zur Ehre der heiligen fünfzehn Geheimnisse geweiht, die Du auf das leidenschaftlichste fördern mögest.”
Das Pfingstereignis mit der Ausgießung des Heiligen Geistes wird in Sonate XIII (a – e1 – cis2 – e2) mit Verzierungen, Doppelgriffen und Akkordbrechungen im Schema graziler Tänze angedeutet. In den letzten beiden Sonaten, die wieder ganz Maria gewidmet sind, entspannen sich die geforderten Stimmungen wieder hörbar. Die Sonate XIV (a – e1 – a1 – d2) symbolisiert die Aufnahme Mariens in den Himmel und Sonate XV (g – c1 – g1 – d2) schließt den Zyklus mit der Krönung Mariens ab. Biber entwirft dafür mehrere sehr sangbare Themen, die jeweils variiert werden.
Biber-Zyklus am Freitag (13) (16) und Samstag (19) (25) (27)
Karten je Konzert: 14 €, ermäßigt 8 € | Karten für den gesamten Zyklus:55 €, ermäßigt 30 €
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
€ 14 | erm. € 8
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Johannes Lauer ist Professor für Jazzposaune in Leipzig, Bertram Burkert einer der vielseitigsten Gitarristen seiner Generation. Zusammen bieten sie eine einzigartige Musikmischung zwischen unterschiedlichsten Stilen und Genres.
Johannes Lauer ist Professor für Jazzposaune in Leipzig, Bertram Burkert einer der vielseitigsten Gitarristen seiner Generation. Zusammen bieten sie eine einzigartige Musikmischung zwischen unterschiedlichsten Stilen und Genres.
Eintritt frei!
Marco Borggreve
Mitwirkende Jean-Guihen Queyras Violoncello Programm Johann Sebastian Bach Suite Nr. 1 G-Dur
Jean-Guihen Queyras Violoncello
Johann Sebastian Bach
Suite Nr. 1 G-Dur für Violoncello solo BWV 1007
Prélude – Allemande – Courante – Sarabande – Menuett I/II – Gigue
Suite Nr. 2 d-Moll für Violoncello solo BWV 1008
Prélude – Allemande – Courante – Sarabande – Menuett I/II – Gigue
Von Dezember 1717 bis Mai 1723 war Johann Sebastian Bach als Kapellmeister des musikliebenden Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen angestellt. Ihm stand dort eine bestens disponierte Hofkapelle zur Verfügung, die ihn zur Komposition einer Vielzahl von Kammer- und Orchestermusik inspirierte. So entwarf Bach in Köthen gleich mehrere zyklische Instrumentalwerke, darunter jeweils sechs ausgewachsene Solokompositionen für Violine und Violoncello.
Eine gewisse Zusammengehörigkeit dieser beiden Zyklen liegt auf der Hand: Bach lotet auf diesen Streichinstrumenten die spiel- und satztechnischen Möglichkeiten ohne den sonst obligatorischen Basso continuo bis an die Grenzen aus. Möglicherweise plante er sogar ein mehrbändiges Projekt mit anspruchsvollen Instrumentalsoli, bezeichnete er doch die “Sei Solo” für Violine auf seinem Autograph verheißungsvoll als „Libro primo” (erstes Buch). Ob die Suiten für Violoncello oder gar Suiten für Traversflöte solo (von denen nur eine erhalten ist) das Material für weitere „Libri“ bieten sollten, darf zumindest angenommen werden.
In seinen sechs Werken für Solocello griff Bach auf die Form der Suite zurück, für die sich Anfang des 18. Jahrhunderts eine Art „Schema“ durchgesetzt hatte, das Johann Mattheson 1739 wie folgt beschrieb: „Die Allemanda [geht] vor der Courante, so wie diese vor der Sarabanda und Gigue her, welche Folge der Melodien man mit einem Nahmen Suite nennet.” Bach stellte diesen vier Stammteilen in den Violoncello-Suiten jeweils ein Prélude voran und ergänzte zwischen Sarabande und Gigue ein weiteres Tanzpaar (Menuett, Bourrée bzw. Gavotte). Diese Satzfolge findet sich in vielen Suitensammlungen der Zeit, nicht zuletzt in Bachs gleichfalls in Köthen komponierten “Englischen Suiten” für Cembalo.
Die Suite G-Dur (BWV 1007) setzt mit einem bewegten Prélude ein, das fast durchgehend aus gebrochenen Akkorden besteht, es folgen Allemande und Courante in ähnlichem Duktus, bevor die Sarabande mit kunstvollem Doppelgriffspiel einen ruhigen Gegenpol setzt. Danach ergänzt Bach ein Menuett-Paar, das mit einem Wechsel der Tonalität von Dur nach Moll aufhorchen lässt. Den Abschluss bildet eine muntere Gigue.
Im Kontrast zur unbeschwerten G-Dur-Suite präsentiert Bach die Suite d-Moll (BWV 1008) als ein introvertiertes, nachdenkliches Stück. Gleich das Prélude gibt diese Stimmungsrichtung mit elegischen Wendungen und herben Moll-Harmonien vor. Der virtuos-spielerische Impetus wird dabei merklich zurückgenommen. Auch in den folgenden Sätzen bleibt dieser ernste Grundton erhalten. Dies hat zur Konsequenz, dass sich Allemande und Courante kaum tänzerisch anhören und selbst die sonst so quicklebendige Gigue eher einem grimmigen Charakterstück ähnelt. Einzig im zweiten Menuett wechselt Bach nach D-Dur und gestattet somit eine kurz währende Aufhellung des Satzes.
Cello-Zyklus am Samstag (28) und Sonntag (30) (33)
Karten: 16 €, ermäßigt 10 € | Karten für den gesamten Zyklus:45 €, ermäßigt 25 €
€ 16 | erm. € 10
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mutter. Seele. Allein. Immersive Installation von Hyunju Oh | Klangsäule – Audio-Installation von Tibor Kovacs und dem Ensemble Evviva. Zugang jederzeit möglich. Eintritt frei!
Mutter. Seele. Allein. Immersive Installation von Hyunju Oh | Klangsäule – Audio-Installation von Tibor Kovacs und dem Ensemble Evviva.
Zugang jederzeit möglich. Eintritt frei!
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
Unterstützt durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung.

Marco Borggreve
Mitwirkende Jean-Guihen Queras Violoncello Programm Johann Sebastian Bach Suite Nr. 3 C-Dur
Jean-Guihen Queras Violoncello
Johann Sebastian Bach
Suite Nr. 3 C-Dur für Violoncello solo BWV 1009
Prélude – Allemande – Courante – Sarabande – Bourée I/II – Gigue
Suite Nr. 4 Es-Dur für Violoncello solo BWV 1010
Prélude – Allemande – Courante – Sarabande – Bourrée I/II – Gigue
Italien war das Mutterland des Violoncellos. Hier experimentierten Geigenbauer bereits im 16. Jahrhundert an tieferen, bundlosen Streichinstrumenten. Einheitliche Bauformen sowie Stimmarten gab es zunächst nicht, auch hinsichtlich der Teminologie herrschte eine große Vielfalt. Erst in der Mitte des 17. Jahrhunders setzten sich allmählich Standards durch, der heute geläufige Name „Violoncello” erschien erstmals 1665 in einem Notendruck von Giulio Cesare Arresti. Die ersten Kompositionen, die ausdrücklich für dieses Instrument geschrieben wurden, sind unbegleitete Werke. Dazu gehören einige Ricercari der in Bologna ansässigen Cellisten Domenico Gabrielli und Giovanni Battista Degli Antonii.
Diese italienischen Werke aus der Zeit um 1690 jedoch als Vorbilder der Bachschen Cello-Suiten anzusehen, wäre unangemessen. Zu groß sind die stilistischen Unterschiede, zudem darf als sicher gelten, dass Bach die Manuskripte von Gabrielli und Antonii nie zu Gesicht bekommen hat. Bach hingegen scheint sich in der Konzeption seiner sechs Suiten eher an der Literatur für Violine solo orientiert zu haben. Auf diesem Gebiet kursierten in der Zeit um 1700 bereits artifizielle Solostücke, etwa von Heinrich Ignaz Franz Biber, Johann Jakob Walther und Johann Paul Westhoff. Bach übertrug das Prinzip dieser immens anspruchsvollen Werke nun auf die spieltechnischen Möglichkeiten des Violoncellos. Dies geschah ganz offensichtlich parallel zu seiner Arbeit an den Partiten und Sonaten für Violine solo.
Wesentlich stringenter als bei den Solowerken für Violine achtete Bach bei den Cellosuiten auf eine einheitliche Satzfolge. Alle Suiten beginnen mit einem Prélude, darauf folgen jeweils die vier stilisierten Tanzsätze Allemande, Courante, Sarabande und Gigue. Als „Auflockerung” fügt Bach an vorletzter Stelle ein weiteres Tanzpaar ein, und zwar Menuett (1./2. Suite), Bourrée (3./4. Suite) bzw. Gavotte (5./6. Suite). Innerhalb dieses formalen Gerüstes freilich präsentiert Bach ein faszinierendes Spektrum an Satzmodellen, Themen und spieltechnischen Herausforderungen. Dabei ist von Suite zu Suite – ähnlich wie in einem pädagogisch motivierten Lehrbuch – eine kontinuierliche Zunahme der Komplexität wahrzunehmen.
In der Suite C-Dur (BWV 1009) stellt Bach ganz den lebhaften Virtuosengestus heraus. Das rasante Prélude zu Beginn besteht fast durchgehend aus schnellen Sechzehntelläufen und gebrochenen Akkorden. In der darauf folgenden Allemande dominieren ebenfalls rasche Bewegungen, wobei Bach hier auch vertracktere Rhythmen einfügt. Die Melodielinie der Courante nutzt den vollen Umfang des Violoncellos aus und besitzt eine grazile Leichtigkeit. Nach der ruhigen Sarabande und dem tänzerischen Bourrée-Paar setzt die Gigue mit unbändiger Spiellust einen wirkungsvollen Schlusspunkt.
Auch das Prélude der Es-Dur-Suite (BWV 1010) beginnt mit gebrochenem Akkordspiel, das im weiteren Verlauf mit improvisatorisch wirkenden Sechszehntelketten verknüpft wird. Allemande und Courante weisen ebenfalls hohen virtuosen Anspruch auf, während die Sarabande wiederum als ruhige Zäsur im Zentrum des Werkes fungiert. Im Bourrée-Paar nimmt die Suite an Lebendigkeit zu, bevor die Gigue als wahres „Perpetuum mobile” dahinjagt.
Cello-Zyklus am Samstag (28) und Sonntag (30) (33)
Karten: 16 €, ermäßigt 10 € | Karten für den gesamten Zyklus: 45 €, ermäßigt 25 €
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
€ 16 | erm. € 10
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Mitwirkende Winnie Böwe LesungMiriam Feuersinger SopranNadja Zwiener BarockviolineSylvia Ackermann Historische Claviere Programm
Winnie Böwe Lesung
Miriam Feuersinger Sopran
Nadja Zwiener Barockvioline
Sylvia Ackermann Historische Claviere
Carl Philipp Emanuel Bach (1714 – 1788)
Sonate in g (Wq 65/17)
Allegro – Adagio
Morgengesang (Wq 194/15)
Die Zufriedenheit in Gott (Wq 195/6)
Wilhelm Friedemann Bach (1710 – 1784)
Polonaise Nr. 8 e-moll
aus: 12 Polonaisen
Johann Friedrich Reichardt (1752 – 1814)
Schäfers Klage
Wechsel
Friedrich Wilhelm Rust (1739 – 1796)
Sonate Nr. 2 g-moll
Allegro brillante
Sonate Nr. 1 für Violine und Laute G-Dur
Andantino – Romanza – Menuetto
Geistliche Ode
Ist das Leben nicht ein Traum
Die Bachfesttage Köthen stellen in diesem Jahr nicht nur Bach, sondern auch eine andere wichtige Persönlichkeit des mitteldeutschen Musiklebens ins Zentrum: Friedrich Wilhelm Rust. Dieser Komponist ist untrennbar mit der Stadt Dessau verbunden, wo er in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als fürstlicher Musikdirektor tätig war und das Musikleben dieser Stadt maßgeblich bestimmt hat. Geboren in Wörlitz, wurde das hohe musikalische Talent von Rust früh erkannt und maßgeblich vom Landesherren, dem Fürst Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, gefördert. Während seines Jura-Studiums in Halle erhielt Rust Unterricht von Wilhelm Friedemann Bach, der als Organist in dieser Stadt wirkte.
Einige Jahre später finanzierte ihm der Dessauer Fürst einen Aufenthalt in Berlin und Potsdam, wo Rust vom Geiger Franz Benda und vom königlichen Cembalisten Carl Philipp Emanuel Bach Unterweisungen erhielt. Schließlich schloss sich 1765/66 noch eine Italienreise an, in deren Verlauf Rust mit Giuseppe Tartini und Giovanni Battista Martini zusammentraf. So umfassend gebildet, übernahm Rust ab 1769 die Federführung über sämtliche musikalischen Aktivitäten in Dessau. Er führte regelmäßige Konzerte ein, gründete das „Gesellschaftliche Theater” und wurde zum fürstlichen Musikdirektor ernannt. Neben Kantaten, Bühnenwerken und Instrumentalmusik schuf Rust zahlreiche Klaviersonaten, in denen er mit virtuosen Passagen eine ganz eigene musikalische Handschrift offenbarte. Aber auch seine Kammermusik und die Lieder sind von beeindruckender Qualität.
Ergänzt werden die Werke von Rust in dieser „Rustiade” mit Kompositionen seiner beiden Lehrer – der Brüder Carl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann Bach – sowie von Johann Friedrich Reichardt. Hinzu kommen in dieser Veranstaltung Gedichte von Sophie Friederike Mereau und Luise Hensel.
Gefördert aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes, gefördert durch die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt und das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
€ 24 | erm. € 10
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Live-Übertragungen der Konzerte (30), (31) & (33) in Bild und Ton auf eine LED-Wand. In den Konzertpausen gibt es Livemusik von der Musikschule Johann Sebastian
Live-Übertragungen der Konzerte (30), (31) & (33) in Bild und Ton auf eine LED-Wand. In den Konzertpausen gibt es Livemusik von der Musikschule Johann Sebastian Bach!
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
ie sind gefragt: Ob lange geplant oder spontan entschlossen – machen Sie einfach mit.In spätsommerlicher Atmosphäre lädt die Tänzerin und Tanzpädagogin Janna Hoffmann ein, im Park den
ie sind gefragt: Ob lange geplant oder spontan entschlossen – machen Sie einfach mit.
In spätsommerlicher Atmosphäre lädt die Tänzerin und Tanzpädagogin Janna Hoffmann ein, im Park den Fußspuren von Bachs Musik zu folgen. Von einem Oboentrio begleitet nähern Sie sich Bachs Musik nicht nur hörend, sondern auch bewegt an. Unter professioneller Anleitung werden seine musikalischen Elemente aufgegriffen und in einfache Bewegungsfolgen verwandelt. Bringen Sie Lust zum Tanzen und Freude an der Bewegung mit. Jeder und jede ist willkommen, Neugierige ohne Vorerfahrungen, Musik- und Tanzbegeisterte!
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mitwirkende Matthias Lutze BassFlóra Fábri Cembalo Programm Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Matthias Lutze Bass
Flóra Fábri Cembalo
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Kantate Amore traditore (BWV 203)
Arie – Rezitativ – Arie
Aria variata a-Moll (BWV 989)
Aria und 10 Variationen für Cembalo Solo
Georg Friedrich Händel (1685 – 1759)
Kantate Dalla guerra amorosa (HWV 102)
Rezitativ – Arie – Rezitativ – Arie – Rezitativ – Arioso
Michel Corrette (1707 – 1795)
Les Étoiles
Aus: Premier Livre de Pièces pour le Clavecin Op.12, 1734
Georg Philipp Telemann (1681 – 1767)
Die Hoffnung ist mein Leben (TWV 20:48)
Kantate für eine tiefe Singstimme, Violine und Generalbass, arrangiert für Bass und obligates Cembalo
Nur zwei Kantaten auf italienische Texte sind von Bach überliefert, darunter das Werk „Amore traditore” (BWV 203), dessen Autorschaft überdies nicht unumstritten ist. Die Zuschreibung dieser kurzen Kantate an Bach erfolgte Anfang des 19. Jahrhunderts unter Berufung auf ein heute verschollenes Notenbuch. Der Kantatentext, in dem sich das lyrische Ich von den “Ketten der Liebe” lossagt, stammt aus Italien. Ein Beleg dafür ist die kürzlich im Notenbestand der Sing-Akademie zu Berlin entdeckte Parallelvertonung durch Francesco Nicola Fago, der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu den herausragenden Musikern der Stadt Neapel zählte und dort verschiedene einflussreiche Ämter bekleidete. Fagos “Amore traditore” entspricht mit zwei durch ein kurzes Rezitativ verbundenen Arien für Singstimme und Basso continuo ganz dem üblichen italienischen Kantatenmodell jener Zeit. Die Bachsche Fassung des (sprachlich nur leicht veränderten) Textes nimmt diese Merkmale weitgehend auf, weist allerdings eine Besonderheit auf: Beschränkt sich das Cembalo in der ersten Arie noch auf eine einfache Continuo-Begleitung, nimmt es in der zweiten Arie als Obligatinstrument konzerthaften Charakter an. Dieser Befund lässt dem Zuhörer (mindestens) zwei Optionen offen: Entweder Bach ist tatsächlich der Autor der gesamten Kantate oder er fügte dem Werk (eines uns unbekannten Komponisten) lediglich die ambitionierte Cembalostimme in der zweiten Arie hinzu.
Bachs Aria variata a-Moll (BWV 989) trägt den Bezug zu Italien bereits im Titel: „alla maniera italiana“. Neben den später komponierten „Goldberg-Variationen“ handelt es sich hierbei um das einzige Variationswerk Johann Sebastian Bachs für Clavier. Das 12-taktige Thema wird in zehn Variationen bearbeitet. Erstaunlich ist dabei, dass Bach in neun Variationen einen strengen zweistimmigen Satz wählt und lediglich die Themenvorstellung sowie die Schlussvariation vierstimmig vertont. Italienische Variationswerke, etwa von Girolamo Frescobaldi, könnten hier Pate gestanden haben.
Selbstbewusst, unbeschwert und musikalisch brillant – so präsentiert sich der junge Georg Friedrich Händel während seiner Italienreise, die ihn zwischen 1706 und 1710 vor allem nach Rom führte. Schon mit seinen ersten Auftritten als Cembalo-Virtuose machte er hier großen Eindruck und gelangte schnell in die führenden künstlerischen Kreise der Stadt. Finanzkräftige Adlige und Kirchenmänner bemühten sich, den deutschen Musiker exklusiv an ihren Hof binden zu können. Als besonders großzügig erwies sich der Marchese Francesco Maria Ruspoli, einer der reichsten Männer Roms. Händel wohnte ab 1707 monatelang als Ehrengast des Marchese in dessen noblen Palästen im Zentrum Roms beziehungsweise auf dem Landsitz Vignanello bei Viterbo. Als Gegenleistung komponierte er zahlreiche Werke, darunter vor allem Kammerkantaten. Eines dieser Werke ist die Kantate „Dalla guerra amorosa”, die um 1708 zunächst in einer Sopranfassung, etwas später noch einmal in einer Version für Bass und Basso continuo entstanden ist.
Michel Corrette stammt aus einer Musikerfamilie in Rouen und gelangte als junger Mann nach Paris, wo er sich rasch als Organist, Komponist und Musiklehrer einen Namen machte. Für seine Schüler verfasste er insgesamt 17 Instrumentalschulen und Abhandlungen. Überdies veranstaltete er ab 1748 regelmäßig in seinem Hause Konzerte, in denen die Werke französischer und italienischer Komponisten zur Aufführung kamen. Diese Abende wurden von einem breiten Publikum besucht und bildeten damit eine Keimzelle für das bürgerliche Konzertleben in der französischen Metropole. Corrette hinterließ ein umfangreiches Werk in vielen wichtigen Gattungen seiner Zeit.
Neben einer gewaltigen Anzahl von geistlichen Kantaten für den Gottesdienst hat Georg Philipp Telemann gelegentlich auch Kantaten auf weltliche Texte verfasst. Zu diesem Werkbestand zählt auch die Kantate „Die Hoffnung ist mein Leben”, in der die Hoffnung als zentrale Kategorie eines unbeschwerten Lebens beschworen wird.
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
Gefördert aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes, gefördert durch die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt und das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
€ 20 | erm. € 10
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Ilka Seifert
Mitwirkende Trio Evviva BlockflötenHyunju Oh Installation und PerformanceTibor Kovacs Sound ArtSerra Tavsanli KlavierLuis Miehlich VideoVeronika Sazanova CembaloIlka
Trio Evviva Blockflöten
Hyunju Oh Installation und Performance
Tibor Kovacs Sound Art
Serra Tavsanli Klavier
Luis Miehlich Video
Veronika Sazanova Cembalo
Ilka Seifert Leitung
Leere Räume mit viel Geschichte und ungewisser Zukunft verströmen die Melancholie des Vergangenen. Gleichzeitig bieten sie viel Potential für neue Visionen, Gestaltungen und Nutzungen. »Spuren« begibt sich mit Klängen, Bildern und Performances auf die Suche nach der vielfältigen Vergangenheit des Schlosses.
Zugang jederzeit möglich. Eintritt frei!
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
Unterstützt durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung.

Der Köthener Künstler und Instrumentenbauer stellt anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums Geschichte, Herstellung und Klangvariationen von Dudelsäcken. Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.Veranstalter:
Der Köthener Künstler und Instrumentenbauer stellt anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums Geschichte, Herstellung und Klangvariationen von Dudelsäcken.
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
Veranstalter: Schloss Köthen
Foto-Copyright:Andrej Grilc06Sep.14:1514:4014:15 - 14:40(GMT+02:00)(32) KurzkonzertMarsyas Baroque
Andrej Grilc
Mitwirkende Marsysas Baroque Paula Pinn Blockflöte & BarockfagottMaría Carrasco Gil Barockvioline & -violaKonstanze Waidosch Barockcello & Viola da gamba
Paula Pinn Blockflöte & Barockfagott
María Carrasco Gil Barockvioline & -viola
Konstanze Waidosch Barockcello & Viola da gamba
Sara Johnson Huidobro Cembalo
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Concerto in C-Dur (BWV 1032)
1. Vivace
Englische Suite Nr. 4 in G-Dur (BWV 809)
2. Allemande
3. Courante
4. Sarabande
6. Gigue
Schmücke dich, o liebe Seele in G-Dur (BWV 654)
Gerade einmal vor sieben Jahren fanden sich vier Musikerinnen zusammen, um gemeinsam beim Deutschen Musikwettbewerb als Ensemble für Alte Musik anzutreten. Sie hatten Erfolg, wurden mit einem Stipendium ausgezeichnet und sind inzwischen unter dem Namen Marsyas Baroque bei vielen Konzertreihen und Festivals zu hören. Auf ihrer 2024 erschienenen Debüt-CD haben die Musikerinnen Suiten von Johann Sebastian Bach und seinem französischen Zeitgenossen Charles François Dieupart in eigenen Arrangements eingespielt.
8 € | erm. 6 €
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Marco Borggreve
Mitwirkende Jean-Guihen Queyras Violoncello Programm Johann Sebastian Bach Suite Nr. 5 c-Moll
Jean-Guihen Queyras Violoncello
Johann Sebastian Bach
Suite Nr. 5 c-Moll für Violoncello solo BWV 1011
Prélude – Allemande – Courante – Sarabande – Gavotte I/II – Gigue
Suite Nr. 6 D-Dur für Violoncello solo BWV 1012
Prélude – Allemande – Courante – Sarabande – Gavotte I/II – Gigue
Mit großer Wahrscheinlichkeit komponierte Johann Sebastian Bach seine sechs Suiten für Violoncello solo um 1720 in Köthen; eine genauere Terminierung ist aufgrund des fehlenden Autographs nicht möglich. Das heutige Notenmaterial geht auf spätere, in Leipzig angefertigte Abschriften von Johann Peter Kellner (um 1726) und Bachs Frau Anna Magdalena (um 1727/31) zurück.
Bach betrat mit diesen Solostücken für Violoncello Neuland, handelte es sich doch zum Zeitpunkt der Komposition noch um ein relativ junges Instrument: Erst rund 50 Jahre zuvor findet sich in einem Ensembledruck des italienischen Komponisten Giulio Cesare Arresti erstmals die Instrumentenbezeichnung „Violoncello“. Das Wort vereint das italienische Vergrößerungssuffix „-one“ zu Viola mit dem Verkleinerungssuffix „-ello“ und bringt damit zum Ausdruck, dass es sich um eine kleinere Variante des größten Instruments der Violinfamilie handelt, oder wie es der Lexikograph Johann Gottfried Walther 1732 schrieb, eine „kleine Baß-Geige“. Von der bislang hoch angesehenen Viola da gamba unterschied sich das neue Instrument durch die äußere Form, das Fehlen von Bünden, die Anzahl und Stimmung der Saiten sowie durch den wesentlich kräftigeren Klang in allen Registern. Dadurch konnte das Cello mit dem gewachsenen Barockorchestervolumen Schritt halten, war aber gleichzeitig auch als Soloinstrument einsetzbar.
In der Suite c-Moll (BWV 1011) wird von Bach das Herabstimmen der höchsten Saite um einen Ganzton eingefordert (von a auf g), was zu einer Minderung der Klangpracht in hoher Lage führt. Dieser Kunstgriff entspricht dem insgesamt verhaltenen, nachdenklichen Charakter des Werkes. Selbst das Prélude, das dem Muster einer französischen Ouverture folgt, erscheint in sich gekehrt und zurückgenommen. Die Allemande und die Courante setzen mit ausdrucksvollen Wendungen diesen Eindruck fort. Die Sarabande fungiert dann vollends als Charakterstück und besitzt kaum Analogien zu dem namensgebenden Tanz. Die beiden Gavottes und die Gigue geben sich rhythmisch stark profiliert und führen die Suite zu einem ernsten Finale. Während seiner Leipziger Zeit erstellte Bach eine Lautenfassung dieser Komposition (BWV 995).
Und auch in der abschließenden Suite D-Dur (BWV 1012) wartet Bach mit einer instrumententechnischen Besonderheit auf: Wie eine Notiz in der Abschrift Anna Magdalena Bachs nachweist, war das das Stück ursprünglich für ein fünfsaitiges Instrument mit einer zusätzlichen e1-Saite vorgesehen, möglicherweise sogar für ein auf dem Arm zu haltendes Violoncello da spalla. Hinsichtlich des Klangcharakters und des Umfangs zieht Bach in dieser letzten Suite noch einmal alle Register. Das Prélude erklingt voller Pracht und mit unbändiger Lebhaftigkeit. Die Allemande erreicht im ungewöhnlichen Adagio-Tempo und mit zahlreichen fein ausgearbeiteten Verzierungen fast den Charakter einer Sarabande, während die Courante wieder mit tänzerischer Anmut auftrumpft. In der Sarabande sind dann nochmal Doppelgriffakkorde zu hören, bevor Gavotte und Gigue den gesamten Zyklus mit Tempo und Leidenschaft abschließen.
Cello-Zyklus am Samstag (28) und Sonntag (30) (33)
Karten:20 €, ermäßigt 10 € | Karten für den gesamten Zyklus: 45 €, ermäßigt 25 €
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
20 € | erm. 10 €
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mitwirkende Christian Rieger Cembalo und Moderation Marsysas Baroque Paula Pinn Blockflöte & BarockfagottMaría Carrasco Gil Barockvioline &
Christian Rieger Cembalo und Moderation
Paula Pinn Blockflöte & Barockfagott
María Carrasco Gil Barockvioline & -viola
Konstanze Waidosch Barockcello & Viola da gamba
Sara Johnson Huidobro Cembalo
Charles Dieupart (1676-1751)
Suite Nr. 5 in F-Dur
1. Ouverture
Suite Nr. 5 in F-Dur
5. Gavotte
6. Menuet
7. Gigue
Johann Sebastian Bach(1685-1750)
Englische Suite Nr. 2 in c-Moll (BWV 807)
2. Allemande
3. Courante
4. Sarabande
Englische Suite Nr. 2 in c-Moll (BWV 807)
5. Bourrée I & II
6. Gigue
Charles Dieupart
Suite Nr. 3 in h-Moll
1. Ouverture
Suite Nr. 3 in h-Moll
2. Allemande
3. Courante
4. Sarabande
5. Gavotte
Johann Sebastian Bach
Suite Nr. 4 in G-Dur (BWV 809)
6. Gigue
Christian Rieger ist ein hervorragender Cembalist, der seit mehr als 20 Jahren als Professor an der Folkwang Hochschule in Essen unterrichtet. Zuvor hatte er sechs Jahre als Solist und Continuospieler im Ensemble Musica Antiqua Köln mitgewirkt. Im Zentrum seines umfangreichen Schaffens steht immer wieder Johann Sebastian Bach, dessen Werk für Tasteninstrumente er komplett gespielt hat. – Keine Frage, dass er der richtige Ansprechpartner für jegliche Bach-Fragen ist. Für die musikalische Begleitung sorgt außerdem wiederum das Ensemble Marsyas Baroque.
8 € | erm. 6 €
TicketsErmäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mutter. Seele. Allein. Immersive Installation von Hyunju Oh | Klangsäule – Audio-Installation von Tibor Kovacs und dem Ensemble Evviva. Zugang jederzeit möglich. Eintritt frei!
Mutter. Seele. Allein. Immersive Installation von Hyunju Oh | Klangsäule – Audio-Installation von Tibor Kovacs und dem Ensemble Evviva.
Zugang jederzeit möglich. Eintritt frei!
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
Unterstützt durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung.

Henner Fritzsche, Köthen (Anhalt)
Mitwirkende Miriam Feuersinger SopranKöthener BachCollektiv Programm Musik von Johann Sebastian Bach
Miriam Feuersinger Sopran
Köthener BachCollektiv
Musik von Johann Sebastian Bach
Kantate „Nach Dir, Herr, verlanget mich” (BWV 150)
Sinfonia
Kantate „Am Abend des selbigen Sabbats“ (BWV 42)
Sinfonia
Kantate „Also hat Gott die Welt geliebet“ (BWV 68)
Arie „Mein gläubiges Herze“
Orchestersuite D-Dur in der „Köthener Fassung” (BWV 1068)
Ouvertüre – Air – Gavotte I und II – Bourrée – Gigue
Kantate „Ich bin in mir vergnügt” (BWV 204)
Rezitativ: Ich bin in mir vergnügt
Arie: Ruhig und in sich zufrieden
Rezitativ: Ihr Seelen, die ihr außer euch
Arie: Die Schätzbarkeit der weiten Erden
Rezitativ: Schwer ist es zwar, viel Eitles zu besitzen
Arie: Meine Seele sei vergnügt
Rezitativ: Ein edler Mensch ist Perlenmuscheln gleich
Arie: Himmlische Vergnügsamkeit.
Messe h-Moll (BWV 232)
Arie „Laudamus te“
Die Kantate „Nach Dir, Herr, verlanget mich” (BWV 150) ist eine der frühesten Kantaten von Johann Sebastian Bach, sie entstand 1707 in Mühlhausen, wo der 22-jährige Bach gerade seine Stelle als Organist der Blasiuskirche angetreten hatte. Gewidmet ist das Werk dem damaligen Mühlhäuser Ratsherren Conrad Meckbach, möglicherweise als Geschenk zu dessen 70. Geburtstag. Die Kantate beginnt mit einer kurzen, aber sehr eindrucksvollen Sinfonia, in der die Motivik des Eingangschores bereits angedeutet wird.
Für den Sonntag Quasimodogeniti (der Sonntag nach Ostern) des Jahres 1725 komponierte Bach in Leipzig die Kantate „Am Abend aber desselbigen Sabbats“ (BWV 42). Als festliche Einleitung zu diesem Werk fungiert eine konzertante Sinfonia mit dem vollen Instrumentarium. Zwei Oboen und Fagott auf der einen Seite und Streicher auf der anderen Seite wechseln sich dabei sehr wirkungsvoll im Spiel lebhafter Motive ab. Möglicherweise hat Bach diesen Instrumentalsatz aus einem früher komponierten und heute verschollenen Konzert übernommen.
Nur ein paar Wochen später, am zweiten Pfingstfeiertag 1725, entstand gleichfalls in Leipzig Bachs Kantate „Also hat Gott die Welt geliebt” (BWV 68). Für die Arien dieses Stückes nutzte Bach jeweils musikalische Vorlagen aus seiner Jagdkantate, die er bereits 1713 für den Herzog Christian von Sachsen-Weißenfels komponiert hatte. Im Falle der Sopranarie „Mein gläubiges Herze” nahm er dabei aber eine grundlegende Revision vor, indem er ein obligates Violoncello piccolo hinzufügte, die Singstimme umformte und den Satz mit einem instrumentalen Ritornell ausweitete. Das Ergebnis ist eine grandiose Arie mit unwiderstehlich ansteckender Fröhlichkeit.
In engem Zusammenhang mit Bachs Tätigkeit als Leiter des Leipziger Collegium musicum stehen seine vier Orchestersuiten, die in den 1730er Jahren in den wöchentlichen Konzerten des Ensembles zur Aufführung kamen. Gleichwohl basieren die Stücke sicher auf früheren Fassungen, die Bach als Hofkapellmeister in Köthen oder bereits als Konzertmeister in Weimar komponiert hat.
Stilistisch orientierte sich Bach in den Suiten an der zeitgenössischen französischen Musik. Die luxuriöse Hofkultur unter dem „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. besaß im ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhundert auf ganz Europa eine enorme Anziehungskraft, dementsprechend galt französische Musik, insbesondere die Form der Suite, als Ausdruck vornehmer höfischer Repräsentation und entwickelte sich zu einem beliebten Exportartikel.
Die Orchestersuite Nr. 3 D-Dur (BWV 1068) ist in der Leipziger Überlieferung mit Trompeten, Pauken, Oboen, Streichern und Basso continuo sehr feierlich besetzt. Gut möglich, dass die Ursprungsform des Stückes ohne Trompeten und Pauken auskam. Diese “Köthener Fassung” erklingt im heutigen Konzert.
Als Kapellmeister am Köthener Hof hat Johann Sebastian Bach zwischen 1718 und 1723 vor allem Instrumentalwerke komponiert; seine Kantatenkunst war dagegen nur zweimal jährlich, am Neujahrstag sowie am Geburtstag des Fürsten Leopold, gefragt. Verantwortlich für die Libretti von Bachs Köthener Kantaten war bis 1721 der in Halle lebende Dichter Christian Friedrich Hunold, der auch unter dem Pseudonym Menantes veröffentlichte. Dessen Dichtungen freilich schätzte Bach auch über seine Köthener Amtszeit hinaus. So nutzte er 1726 (oder 1727) – nun bereits als Thomaskantor in Leipzig – ein Libretto des inzwischen verstorbenen Dichters für die Komposition der Kantate „Ich bin in mir vergnügt” (BWV 204). Er wählte dafür Hunolds „Cantata von der Zufriedenheit” aus und ergänzte die Poesie mit zwei Gedichten unbekannter Herkunft (Sätze Nr. 7 und 8). Ihrem Charakter nach zählt diese Dichtung in die damals modische Kategorie der „moralischen Kantate”. Der Text preist mit zahlreichen Metaphern die Zufriedenheit des in sich ruhenden Menschen, den Hunold mit einer „Perlenmuschel” vergleicht. Verachtenswert dagegen – so ist zu vernehmen – ist das Streben nach irdischem Reichtum, denn „bei dem kehrt stets der Himmel ein, der in der Armut reich kann werden.”
Johann Sebastian Bach orientiert sich bei seiner Vertonung des Textes ganz an der weltlichen italienischen Kantate, die durch Kompositionen von Alessandro Scarlatti, Antonio Caldara oder auch Georg Friedrich Händel sehr beliebt geworden war. So besetzt Bach die Kantate mit nur einer Gesangsstimme und wenigen begleitenden Instrumenten und teilt den Text auf jeweils vier Rezitative und Arien auf. Die einzelnen Sätze gestaltet er musikalisch sehr abwechslungsreich: In der ersten Arie treten zwei Oboen als solistische Instrumente auf, in der zweiten die Violine und in der dritten eine Traversflöte. Die Abschlussarie wird dann von allen Instrumenten gemeinsam bestritten. Als besonderes Stilmittel zur Verdeutlichung von Ruhe und Gelassenheit fungieren in mehreren Sätzen – besonders gut hörbar in der Arie „Meine Seele sei vergnügt” – lang ausgehaltene Töne bzw. Orgelpunkte.
Die Arie„Laudamus te” schließlich schuf Bach für das Gloria einer opulent besetzten Messe, die er 1733 dem neuen Sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. widmete, offenbar mit dem Ziel, den Titel eines kurfürstlichen Hofcompositeurs der Dresdner Hofkapelle zu erhalten. Die virtuose Stimme der Solovioline war demnach auf den Dresdner Konzertmeister Johann Pisendel zugeschnitten.
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Köthener Bachfesttage 2026
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1. September 2026
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