(52) BachCollektiv: Bach tanzt!
03Sep.17:0017:4517:00 - 17:45(GMT+02:00)(52) BachCollektiv: Bach tanzt!
Veranstaltungsdetails
Köthener BachCollektiv Bach tanzt! In diesem Programm präsentiert das Festivalensemble Repertoire, das aller Wahrscheinlichkeit zu Bachs Zeiten im Köthener Schloss zu hören war. Höhepunkt ist
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Köthener BachCollektiv
Bach tanzt! In diesem Programm präsentiert das Festivalensemble Repertoire, das aller Wahrscheinlichkeit zu Bachs Zeiten im Köthener Schloss zu hören war. Höhepunkt ist Bachs berühmte C-Dur-Suite, die plötzlich zu wirklicher Tanzmusik wird. Lassen Sie sich überraschen!
PROGRAMM
Johann Georg Linike (1680 – 1762)
Suite D-Dur
Ouverture – Air – Bourée – Trio – Menuet – L’autre Menuet – Air – Gigue
Augustin Reinhard Stricker (1680 – 1718)
Triosonate D-Dur
Adagio – Allegro – Rigaudon
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Orchestersuite C-Dur (BWV 1066)
Ouverture – Courante – Gavotte I/II – Forlane – Menuett I/II – Bourrée I/II – Passepied I/II
Als Johann Sebastian Bach Ende 1717 von Weimar nach Köthen wechselte, fand er dort ein exklusives und leistungsstarkes Hoforchester vor. Der Grund dafür: Fürst Leopold von Anhalt-Köthen setzte sich mit allen seinen (finanziellen) Mitteln dafür ein, seinen Hof zu einem Musikzentrum ersten Ranges zu machen. Einen besonderen Coup landete er bereits 1713, noch als Prinz, indem er Berliner Hofmusiker, die nach der Schließung der preußischen Hofkapelle praktisch arbeitslos waren, nach Köthen engagierte. Dazu zählten Augustin Reinhard Stricker als neuer Hofkapellmeister sowie der Cellist Christian Bernhard Linike.
Augustin Reinhard Stricker blieb allerdings nur kurz in Köthen und wechselte 1717 in die Dienste des Kurpfälzischen Hofes, womit er (indirekt) den Platz für Johann Sebastian Bach freimachte. Nur wenige Werke Strickers sind erhalten, darunter die Triosonate D-Dur. Dieses Stück ist viersätzig angelegt und könnte von französischen Vorbildern inspiriert worden sein. So ist der dritte Satz als lebhafter Rigaudon und der vierte Satz als wiegendes Menuet gestaltet.
Belegt sind in Bachs Köthener Zeit auch etliche Gastspiele auswärtiger Musiker. So weilte 1718/19 der Merseburger Konzertmeister Johann Georg Linike, ein Verwandter des Hofcellisten Christian Bernhard Linike, in Köthen und musizierte dort gemeinsam mit der prächtigen Hofkapelle. Johann Georg Linike wirkte später als Geiger noch am Hof von Mecklenburg-Strelitz und hat etliche Konzerte und Sonaten hinterlassen.
Neben seinen vielen Leipziger Amtsverpflichtungen in Kirche und Schule fand Johann Sebastian Bach auch noch die Möglichkeit, sich der reinen Instrumentalmusik zu widmen. Zu diesem Zweck übernahm er 1729 die Leitung des örtlichen »Collegium musicum«, eines vorwiegend studentisch besetzten Orchesters, das in Leipzig regelmäßig öffentliche Konzerte veranstaltete. In engem Zusammenhang mit diesem Collegium musicum stehen Bachs vier Orchestersuiten, die in den 1730er Jahren in den Konzerten des Ensembles zur Aufführung kamen. Gleichwohl basieren einige der Stücke auf früheren Fassungen, die Bach in Köthen bzw. Weimar komponiert haben könnte.
Die Orchestersuite C-Dur (BWV 1066) macht zunächst mit einer groß dimensionierten Ouverture auf sich aufmerksam, in der zwei langsame Teile einen schnellen, fugierten Mittelteil umrahmen. In der Auswahl der darauffolgenden Sätze verhält sich Bach ziemlich unkonventionell. Von den sonst obligatorischen »Stammsätzen« einer französischen Suite (Allemande, Courante, Sarabande, Gigue) erscheint lediglich die Courante. Dafür ergänzt Bach eine schnelle Forlane sowie je ein originelles Gavotte-, Menuett-, Bourrée- und Passepied-Paar.
Weitere Informationen zu den Mitwirkenden:
https://www.bachfesttage.de/bachfesttage/bachcollektiv/

