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Bachfesttage Köthen – PWA

(41) Wohltemperiert - Teil III

03Sep.13:0013:4513:00 - 13:45(GMT+02:00)(41) Wohltemperiert - Teil III

Veranstaltungsdetails

Christine Schornsheim (Cembalo & Clavier)

Musik aus dem Wohltemperierten Clavier (BWV 846–893)

Die in München lebende und aus Berlin stammende Cembalistin Christine Schornsheim gehört zu den regelmäßigen Gästen der Bachfesttage und zählt zu den renommiertesten Musikerinnen ihres Instruments. In Köthen widmet sie sich dem „Wohltemperierten Clavier“, dessen erster Teil 1722 von Johann Sebastian Bach in Köthen fertig gestellt wurde und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Schloss zur Aufführung kam.

PROGRAMM

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Präludium und Fuge As-Dur aus „Das Wohltemperierte Klavier II“ (BWV 886)

Präludium und Fuge Es-Dur aus „Das Wohltemperierte Klavier I“ (BWV 852)

Präludium und Fuge es/dis-Moll aus „Das Wohltemperierte Klavier I“ (BWV 853)

Präludium und Fuge B-Dur aus „Das Wohltemperierte Klavier II“ (BWV 890)

Präludium und Fuge b-Moll aus „Das Wohltemperierte Klavier I“ (BWV 867)

Präludium und Fuge F-Dur aus „Das Wohltemperierte Klavier II“ (BWV 880)

So paradox es auch klingen mag: Die Keimzelle von Bachs glänzendem Kompositionszyklus »Das Wohltemperierte Klavier« ist möglicherweise in einer unwirtlichen Arrestzelle in Weimar zu suchen. Behauptet doch der Lexikograph Ernst Ludwig Gerber 1790, Bach habe sein »Temperirtes Klavier […] an einem Orte geschrieben, wo ihm Unmuth, lange Weile und Mangel an jeder Art von musikalischen Instrumenten diesen Zeitvertreib abnöthigte.« Mit dieser diplomatischen Umschreibung spielt Gerber auf einen besonderen Tiefpunkt im beruflichen Leben Johann Sebastian Bachs an, einen vierwöchigen Gefängnisaufenthalt im Spätherbst 1717, der vom Weimarer Herzog wegen eines allzu forsch eingeforderten Entlassungswunsches angeordnet wurde. Da Gerber der gut informierte Sohn eines direkten Bach-Schülers war, ist es durchaus denkbar, dass Bach selbst diese Episode in die Welt gesetzt hat, um einen wenig rühmlichen Lebensabschnitt mit der genialen Ursprungsidee eines epochalen Werkes zu verknüpfen.

Tatsache ist jedenfalls, dass Bach unmittelbar nach seinem Weggang aus Weimar, in den reichlich fünf Jahren als Köthener Kapellmeister, intensiv an seinem »Wohltemperierten Klavier« arbeitete. Verschiedene Vorarbeiten nutzend, stellte er nach und nach einen Zyklus von 24 Präludien und Fugen zusammen, die nicht nur ein enormes, stilistisches Spektrum repräsentieren, sondern auch einen »Rundgang« durch alle Dur- und Molltonarten der chromatischen Tonleiter. 1722 fasste Bach diese Kompositionen in einer Reinschrift zusammen, wohl mit dem Hintergedanken seiner Bewerbung zum Leipziger Thomaskantor, bei der er sich als moderner und innovativer Pädagoge vorstellen wollte.

Knapp zwei Jahrzehnte später nahm Bach in Leipzig die Idee des »Wohltemperierten Klaviers« erneut auf und fertigte einen II. Teil an, der ebenfalls aus 24 Präludien und Fugen in allen Tonarten besteht. Dabei griff er etliche in der Zwischenzeit entstandene Einzelstücke auf und vereinigte sie mit Neukompositionen zu einem Zyklus, der Teil I hinsichtlich des Umfangs um etwa ein Viertel übertrifft. Ausschlaggebend für die Komposition des II. Teils war höchstwahrscheinlich der Wunsch Bachs nach neuem Unterrichtsmaterial für seine zahlreichen Schüler. Eine gedruckte Publikation der beiden Sammlungen strebte er nicht an, vermutlich sah er sich durch die vier Teile der »Klavierübung« bereits ausreichend als zeitgemäßer Komponist für Tasteninstrumente vertreten.

Weitere Informationen zu den Mitwirkenden:
https://www.christine-schornsheim.de/

Foto: Henner Fritzsche

Zeit

3. September 2022 13:00 - 13:45(GMT+02:00)

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Schloßplatz 4, 06366 Köthen (Anhalt)nicht barrierefrei

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