(15) Wohltemperiert - Teil I
01Sep.17:0017:4517:00 - 17:45(GMT+02:00)(15) Wohltemperiert - Teil I
Veranstaltungsdetails
Christine Schornsheim (Cembalo & Clavier) Musik aus dem Wohltemperierten Clavier (BWV 846–893) Die in München lebende und aus Berlin stammende Cembalistin Christine
Veranstaltungsdetails
Christine Schornsheim (Cembalo & Clavier)
Musik aus dem Wohltemperierten Clavier (BWV 846–893)
Die in München lebende und aus Berlin stammende Cembalistin Christine Schornsheim gehört zu den regelmäßigen Gästen der Bachfesttage und zählt zu den renommiertesten Musikerinnen ihres Instruments. In Köthen widmet sie sich dem „Wohltemperierten Clavier“, dessen erster Teil 1722 von Johann Sebastian Bach in Köthen fertig gestellt wurde und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Schloss zur Aufführung kam.
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Präludium und Fuge B-Dur aus „Das Wohltemperierte Klavier I“ (BWV 866)
Präludium und Fuge g-Moll aus „Das Wohltemperierte Klavier II“ (BWV 885)
Präludium und Fuge c-Moll aus „Das Wohltemperierte Klavier I“ (BWV 847)
Präludium und Fuge F-Dur aus „Das Wohltemperierte Klavier I“ (BWV 856)
Präludium und Fuge a-Moll aus „Das Wohltemperierte Klavier II“ (BWV 889)
Präludium und Fuge A-Dur aus „Das Wohltemperierte Klavier II“ (BWV 888)
Präludium und Fuge fis-Moll aus „Das Wohltemperierte Klavier II“ (BWV 883)
Präludium und Fuge Fis-Dur aus „Das Wohltemperierte Klavier II“ (BWV 882)
Präludium und Fuge h-Moll aus „Das Wohltemperierte Klavier II“ (BWV 893)
Vor 300 Jahren – Ende des Jahres 1722 – fertigte der Köthener Hofkapellmeister Johann Sebastian Bach eine Reinschrift von jeweils 24 Präludien und Fugen an und überschrieb den Zyklus mit dem Titel: »Das Wohltemperirte Clavier: oder Praeludia, und Fugen durch alle Tone und Semitonia […].« Konsequent durchschreitet die Sammlung die chromatische Tonleiter von c bis h und präsentiert für die Dur- und Molltonarten aller zwölf Halbtöne jeweils ein Präludium und eine Fuge.
Ansätze zu solch systematisch angelegten Zyklen für Tasteninstrumente hatte es in den Jahrzehnten zuvor bereits mehrfach gegeben, etwa von Johann Jacob Froberger, Johann Pachelbel, Johann Kuhnau und Johann Caspar Ferdinand Fischer. Bach jedoch war mit seinem »Wohltemperiertes Klavier« der erste Komponist, der einen Klavierzyklus auf alle 24 Tonarten des Quintenzirkels ausdehnte und überdies in den Präludien und Fugen höchst abwechslungsreiche Formmodelle vorstellte.
Im Titel der Reinschrift von 1722 schrieb Bach auch die Funktion der Sammlung fest: »Zum Nutzen und Gebrauch der Lehr-begierigen Musicalischen Jugend, als auch derer in diesem studio schon habil seyenden [zu] besonderem ZeitVertreib.« Diese mit Bedacht gewählte Formulierung hatte einen ganz persönlichen Hintergrund, bewarb sich Bach doch ebenfalls im Herbst 1722 auf die vakante Stelle des Leipziger Thomaskantors. Da er hierfür weder ein Universitätsstudium noch Kantorenerfahrung vorweisen konnte, war eine solche ausdrücklich pädagogisch angelegte Kompositionssammlung sicher von Nutzen.
Fast zwei Jahrzehnte später, als längst etablierter Thomaskantor in Leipzig, begann Bach dann, seinem »Wohltemperierten Klavier« einen zweiten Teil hinzuzufügen. Das ordnende Grundprinzip der Sammlung behielt er bei, indem er wiederum Präludien und Fugen für alle 24 Dur- und Molltonarten des Quintenzirkels komponierte. Etwa 1742 schloss Bach das Werk ab, ohne dass jedoch – wie bei Teil I – eine Fassung Reinschrift überliefert ist. Weshalb sich Bach zu einer kompletten zweiten Serie des »Wohltemperierten Klaviers« entschloss, bleibt im Unklaren. Denkbar ist, dass er die Sammlung vor allem im Unterricht nutzte und eine größere Auswahl von exemplarischen Lehrstücken wünschte. Eine Publikation der beiden Zyklen hat Bach offensichtlich nie angestrebt.
Weitere Informationen zu den Mitwirkenden:
https://www.christine-schornsheim.de/
Foto: Henner Fritzsche

