(9) Nachtkonzert: The Present
Veranstaltungsdetails
Als Leipziger Thomaskantor schrieb Johann Sebastian Bach die Motette „Jesu, meine Freude“ (BWV 227). Dabei entschied er sich für eine fünfstimmige
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Als Leipziger Thomaskantor schrieb Johann Sebastian Bach die Motette „Jesu, meine Freude“ (BWV 227). Dabei entschied er sich für eine fünfstimmige Vokalbesetzung und konzipierte das Werk in einer elfteiligen, symmetrischen Form. Als Grundgerüst dient der Choral „Jesu, meine Freude“ von Johann Franck (Text) und Johann Crüger (Melodie), der erstmals 1653 in einem Gesangbuch erschienen war und sich seither im protestantischen Raum großer Popularität erfreute. Bach vertonte in seiner Motette sämtliche sechs Strophen des Chorals und fügte zwischen den einzelnen Versen fünf Sätze mit Abschnitten aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer ein. Möglicherweise ist diese elfteilige Form das Ergebnis der Umarbeitung und Erweiterung einer kürzeren Frühfassung, die bereits während Bachs Amtszeit in Weimar entstanden sein könnte.
Die einzelnen Sätze der Motette sind sehr abwechslungsreich gestaltet: So erklingen die Choralstrophen 1 („Jesu, meine Freude“) und 6 („Weicht, ihr Trauergeister“) als schlichte, homophone Sätze, während sich Bach bei den Versen 2 („Unter deinen Schirmen“) und 4 („Weg mit allen Schätzen“) für eine deutlich bewegtere und textbezogenere Satzweise entschließt. Im Vers 3 („Trotz dem alten Drachen“) ist die Choralmelodie nur noch andeutungsweise zu hören, im Vers 5 (»Gute Nacht, o Wesen“) befindet sich der Cantus firmus in der Altstimme. Auch die Vertonungen von Versen aus dem Römerbrief sind mannigfaltig, wobei Bach hier wieder sehr auf die Symmetrie bedacht ist: Im Zentrum des Werkes steht eine Fuge („Ihr aber seid nicht fleischlich“); nach der 2. sowie der 4. Choralstrophe fügt Bach jeweils dreistimmige Sätze ein („Denn das Gesetz“, „So aber Christus“) und auf den 1. bzw. 5. Vers folgen zwei Sätze, die auf den gleichen kompositorischen Motiven beruhen („Es ist nun nichts“, „So nun der Geist“).
Das solistisch besetzte Vocalensemble The Present, dessen Debütalbum „Ex Utero“ 2023 für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert wurde, erfüllt die nächtliche Agnuskirche mit dem Vokalklassiker unter den Bachklassikern
Mitwirkende:
- The Present
- Hanna Herfurtner, Sopran
- Olivia Stahn, Sopran
- Bernadette Beckermann, Alt
- Tim Karweick, Tenor
- Felix Schwandtke, Bass
- Laura Mingo, Orgel
Programm:
- Johann Sebastian Bach (1685-1750): Motette“Jesu meine Freude”BWV 227
- Jesu, meine Freude (1. Strophe)
- Es ist nun nichts Verdammliches (nach Röm 8,1)
- Unter deinem Schirmen (2. Strophe)
- Denn das Gesetz (à 3, nach Röm 8,2)
- Trotz dem alten Drachen (3. Strophe)
- Ihr aber seid nicht fleischlich (Fuge, nach Röm 8,9)
- Weg mit allen Schätzen (4. Strophe)
- So aber Christus in euch ist (à 3, nach Röm 8,10)
- Gute Nacht, o Wesen (à 4, 5. Strophe)
- So nun der Geist (nach Röm 8,11)
- Weicht, ihr Trauergeister (6. Strophe)
Videotipp: Vocalensemble The Present – Die Wahrheit und das Leben
Dauer: 30 Minuten | Karten: 5 Euro, kostenfrei für Ermäßigungsberechtigte und Inhaber eines Konzerttickets für diesen Tag. Tickets sind nicht im Vorverkauf, sondern nur an der Abendkasse erhältlich | Foto: Theresa Pewal
Zeit
Veranstalter
Kirche St. Agnus
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Informationen
Ermäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.
Bis zum 21. März 2024 werden die ersten 20 Prozent des Kartenkontingents jedes Konzertes um 10 Prozent reduziert angeboten. Ein weiterer Rabatt in Höhe von 10 Prozent wird bis zum 31. Juli 2024 gewährt, wenn die Tickets in der Köthen-Information im Schloss erworben werden.

