(40) EBENBILD - GESCHICHTE EINER MELODIE - TEIL I
03Sep.13:0013:4513:00 - 13:45(GMT+02:00)(40) EBENBILD - GESCHICHTE EINER MELODIE - TEIL I
Veranstaltungsdetails
Juri Vallentin (Oboe)Trio D’Iroise: Sophie Pantzier (Violine), Neasa Ní Bhriain (Viola), Johann Caspar Wedell (Violoncello) Es gibt Melodien, die uns ein Leben lang begleiten.
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Juri Vallentin (Oboe)
Trio D’Iroise: Sophie Pantzier (Violine), Neasa Ní Bhriain (Viola), Johann Caspar Wedell (Violoncello)
Es gibt Melodien, die uns ein Leben lang begleiten. Man dreht und wendet sie, sie können inspirieren, Hoffnung geben oder Trost spenden. Für Johann Sebastian Bach war das ein schlichtes Kirchenlied: „O Haupt voll Blut und Wunden“. Bach verwendete es immer wieder, in unterschiedlichsten Vertonungen, in einigen seiner größten Werke wie dem Weihnachtsoratorium oder der Matthäuspassion. Es durchzieht sein Leben als roter Faden, der Musik und Sprache zusammenbringt – so wie das Programm „Ebenbild“.
„Ebenbild“ bringt dieses Lied, was so viele unterschiedliche Namen trägt, in all seinen Facetten zum Leuchten. Es beginnt mit der Urfassung, dem einfachen Madrigal und Kleinod frühbarocker Lyrik „Mein gmüth ist mir verwirret“ von Hans Leo Haßler. Anhand der fünf Textstrophen entwickelt sich eine Erzählung über fünf Hauptwerke, von denen jedes einen Aspekt des Gedichtes entschlüsselt. Dazwischen erklingt jeweils eine Strophe des Bach-Chorals.
Hans Leo Haßler (1564 – 1612)
Diminutionen über das Madrigal >Mein G’müth ist mir verwirret
Textstrophe I _ Mein gmüth ist mir verwirret,
Das macht ein Jungfrau zart …
Johann Gottlieb Janitsch (1708 – 1762)
>Quadro g-moll über O Haupt voll Blut und Wunden
Largo – Allegretto – Adagio – Vivace
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Choral >Erkenne mich, mein Hüter BWV244 Nr. 21
Textstrophe II _ Ach daß sie mich thet fragen,
Was doch die ursach sey …
Frederick Septimus Kelly (1881 – 1916)
>Romance für Streichtrio
Mein Gmüth ist mir verwirret (anonym)
Mein Gmüth ist mir verwirret,
das macht ein Jungfrau zart,
bin ganz und gar verirret,
mein Herz das kränckt sich hart,
hab tag und nacht kein Ruh,
führ allzeit grosse klag,
thu stets seufftzen und weinen,
in trauren schier verzag.
Ach daß sie mich thet fragen,
was doch die uersach sei,
warum ich führ solch klagen,
ich wolt irs sagen frei,
daß sie allein die ist,
die mich so sehr verwundt,
köndt ich ir Hertz erweichen,
würd ich bald wider g’sund.
Reichlich ist sie gezieret,
mit schön thugend ohn Ziel,
höflich wie sie gebüret,
ihrs gleichen ist nicht viel,
für andern Jungfraun zart
führt sie allzeit den Preiß,
wann ichs anschau, vermeine,
ich sei im Paradeiß.
Ich kann nicht ganz erzehlen,
Ihr schon und tugend viel,
Fur all’n wollt ich’s erwehlen,
wär es nur auch ihr will,
Dass sie ihr Herz und Lieb
geg’n mir wendet allzeit,
So wurd mein Schmerz und klagen,
verkehrt in grosse Freud.
Aber ich muß auffgeben,
und allzeit traurig sein,
solts mir gleich kosten Leben,
das ist mein gröste Pein,
dann ich bin ir zu schlecht,
darumb sie mein nicht acht,
Gott wolts für leid bewahren,
durch sein Göttliche macht.
Weitere Informationen zu den Mitwirkenden:
https://www.jurivallentin.de/
https://www.triodiroise.de/
Foto: Niklas Wittig

