(45) EBENBILD - GESCHICHTE EINER MELODIE - TEIL II
03Sep.15:0015:4515:00 - 15:45(GMT+02:00)(45) EBENBILD - GESCHICHTE EINER MELODIE - TEIL II
Veranstaltungsdetails
Juri Vallentin (Oboe)Trio D’Iroise: Sophie Pantzier (Violine), Neasa Ní Bhriain (Viola), Johann Caspar Wedell (Violoncello) Musik von Hassler, Janitsch, Johann Sebastian Bach u.a.
Veranstaltungsdetails
Juri Vallentin (Oboe)
Trio D’Iroise: Sophie Pantzier (Violine), Neasa Ní Bhriain (Viola), Johann Caspar Wedell (Violoncello)
Musik von Hassler, Janitsch, Johann Sebastian Bach u.a.
Es gibt Melodien, die uns ein Leben lang begleiten. Man dreht und wendet sie, sie können inspirieren, Hoffnung geben oder Trost spenden. Für Johann Sebastian Bach war das ein schlichtes Kirchenlied: „O Haupt voll Blut und Wunden“. Bach verwendete es immer wieder, in unterschiedlichsten Vertonungen, in einigen seiner größten Werke wie dem Weihnachtsoratorium oder der Matthäuspassion. Es durchzieht sein Leben als roter Faden, der Musik und Sprache zusammenbringt – so wie das Programm „Ebenbild“.
„Ebenbild“ bringt dieses Lied, was so viele unterschiedliche Namen trägt, in all seinen Facetten zum Leuchten. Es beginnt mit der Urfassung, dem einfachen Madrigal und Kleinod frühbarocker Lyrik, „Mein gmüth ist mir verwirret“ von Hans Leo Haßler. Anhand der fünf Textstrophen entwickelt sich eine Erzählung über fünf Hauptwerke, von denen jedes einen Aspekt des Gedichtes entschlüsselt. Dazwischen erklingt jeweils eine Strophe des Bach-Chorals.
Johann Sebastian Bach
Choral >O Haupt voll Blut und Wunden BWV244 Nr. 63
Textstrophe III _ Reichlich ist sie gezieret,
Mit schönn thugend ohn ziel …
Charles Bochsa (~1760 – 1821)
Quatuor en ré mineur
Allegro ma non troppo con expressione – Rondo moderato
Johann Sebastian Bach
Choral >Wenn ich einmal soll scheiden BWV244 Nr. 72
Textstrophe IV _ Ich kann nicht gnug erzehlen,
Ihr schön und tugend vil …
Theo Verbey (1959 – 2019)
>4 Preludes to Infinity (2013)
Mysterious – Restless – Religious – Luminous
Johann Sebastian Bach
Choral >Wie soll ich dich empfangen BWV248 Nr. I/5
Textstrophe V _ Aber ich muß auffgeben,
Und allzeit traurig sein …
Johann Sebastian Bach
>Fuga à 3 Soggetti [Schlussfuge]
aus >Die Kunst der Fuge BWV1080
Mein Gmüth ist mir verwirret (anonym)
Mein Gmüth ist mir verwirret,
das macht ein Jungfrau zart,
bin ganz und gar verirret,
mein Herz das kränckt sich hart,
hab tag und nacht kein Ruh,
führ allzeit grosse klag,
thu stets seufftzen und weinen,
in trauren schier verzag.
Ach daß sie mich thet fragen,
was doch die uersach sei,
warum ich führ solch klagen,
ich wolt irs sagen frei,
daß sie allein die ist,
die mich so sehr verwundt,
köndt ich ir Hertz erweichen,
würd ich bald wider g’sund.
Reichlich ist sie gezieret,
mit schön thugend ohn Ziel,
höflich wie sie gebüret,
ihrs gleichen ist nicht viel,
für andern Jungfraun zart
führt sie allzeit den Preiß,
wann ichs anschau, vermeine,
ich sei im Paradeiß.
Ich kann nicht ganz erzehlen,
Ihr schon und tugend viel,
Fur all’n wollt ich’s erwehlen,
wär es nur auch ihr will,
Dass sie ihr Herz und Lieb
geg’n mir wendet allzeit,
So wurd mein Schmerz und klagen,
verkehrt in grosse Freud.
Aber ich muß auffgeben,
und allzeit traurig sein,
solts mir gleich kosten Leben,
das ist mein gröste Pein,
dann ich bin ir zu schlecht,
darumb sie mein nicht acht,
Gott wolts für leid bewahren,
durch sein Göttliche macht.
Weitere Informationen zu den Mitwirkenden:
https://www.jurivallentin.de/
https://www.triodiroise.de/
Foto: Niklas Wittig
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Stiftstraße 11, 06366 Köthen (Anhalt)barrierefreiKirche St. Agnus
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