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Bachfesttage Köthen – PWA

(50) Abschlusskonzert: Magnificat!

01Sep.17:0018:1517:00 - 18:15(GMT+02:00)(50) Abschlusskonzert: Magnificat!Köthener BachCollektiv, Midori Seiler (Violine), Vocalensemble The Present

Veranstaltungsdetails

Höhepunkt und Abschluss der Köthener Bachfesttage 2024 mit Pauken und Trompeten. Die Bachsuite mit der berühmten »Air« trifft auf das große, festliche Magnificat, zu Recht eines der berühmtesten Stücke Johann Sebastian Bachs. Und ganz in der historischen Tradition fügen wir Einlagesätze hinzu, die aus der Feder des zeigenössischen Komponisten Reiko Füting stammen, eigens für das Vocalensemble The Present geschrieben.

Vier Orchestersuiten sind von Johann Sebastian Bach erhalten. Stilistisch orientierte sich der Thomaskantor in diesen Werken an der zeitgenössischen französischen Musik. Die luxuriöse Hofkultur unter dem „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. besaß im ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhundert auf ganz Europa eine enorme Anziehungskraft, dementsprechend galt französische Musik als Ausdruck vornehmer höfischer Repräsentation und entwickelte sich zu einem beliebten Exportartikel. So gelangte auch die Gattung der Orchestersuite nach Deutschland und wurde dort von unzähligen Komponisten aufgeführt, kopiert und nachgeahmt. Dieser „Mode“ verschloss sich auch Johann Sebastian Bach nicht und komponierte vier Suiten, bestehend jeweils aus einer einleitenden Ouverture und einer Folge von mehreren Tanzsätzen. 

Die Orchestersuite Nr. 3 D-Dur (BWV 1068) ist mit Trompeten, Pauken, Oboen, Streichern und Basso continuo sehr feierlich besetzt. Die einleitende Ouverture vermittelt einen kraftvollen und lebendigen Eindruck, als Kontrast darauf folgt eine ruhige, nur von den Streichern zu spielende »Air«. In Gavotte, Bourrée und Gigue präsentiert Bach dann wieder das volle Orchester 

Das Magnificat gehört seit frühchristlicher Zeit zum festen Gebetskanon des Christentums. Der Heilige Benedikt von Nursia – Begründer des abendländischen Mönchtums – bestimmte es in seiner im 6. Jahrhundert verfassten Ordensregel für die abendliche Gebetszeit. Seit dieser Zeit bildet das Magnificat in der lateinischen Kirche den feierlichen Abschluss der Vesper. Zitiert wird darin ein Abschnitt aus dem ersten Kapitel des Lukas-Evangeliums, der dort in die Vorgeschichte zur Geburt Jesu eingebettet ist. Der Engel Gabriel sucht Maria auf, grüßt sie als Hochbegnadete und kündigt ihr die Geburt des Gottessohnes an. Maria nimmt die Berufung an und macht sich auf den Weg zu ihrer Cousine Elisabeth. In deren Beisein stimmt Maria dann ihren Lobgesang, das Magnificat, an. 

Als Johann Sebastian Bach 1723 als neuer Thomaskantor nach Leipzig kam, sah er sich mit der Tradition konfrontiert, dass an den Hochfesten Weihnachten, Ostern und Pfingsten im Vespergottesdienst ein feierliches Magnificat in lateneinischer Sprache dargeboten wurde. Bach sah sich offenbar herausgefordert, nicht etwa auf eine vorhandene Vertonung eines früheren Thomaskantors zurückzugreifen, sondern gleich zu seinem ersten Leipziger Weihnachtsfest ein neues Stück zu komponieren, sein Magnificat (BWV 243). Dem festlichen Anlass angemessen, entschied sich Bach für eine außergewöhnlich große Besetzung mit fünfstimmigen Chor und einem großen Orchester inklusive Pauken, Trompeten, Flöten, Oboen und Streichern. 

An vier der zwölf musikalischen Sätze ist das gesamte Ensemble mit Chor und groß besetztem Orchester beteiligt, hinzu kommt eine eindrucksvolle Chorfuge im alten Stil („Sicut locutus est“), die nur vom Continuo begleitet wird. Darüber hinaus ist den fünf Vokalsolisten jeweils eine Arie zugewiesen, schließlich gibt es noch ein Duett („Et misericordia“) und ein Terzett („Suscepit Israel“), in das kunstvoll der traditionelle gregorianische Psalmton eingeflochten ist. Im letzten Satz („Sicut erat in principio“) kommt Bach auf die Thematik des Eingangssatzes zurück und rundet das großartige Werk damit eindrucksvoll ab. 

Zur Erstaufführung am Weihnachtsfest 1723 ergänzte Bach noch vier Weihnachtslieder, die zwischen den Versen des Magnificat zur Aufführung kamen. Dieser Tradition folgend, wird das Bach-Magnificat auch im heutigen Konzert mit Einlagesätzen unterbrochen. Sie stammen von Reiko Füting, einem aus Deutschland stammenden und in New York lebenden Komponisten. In seiner Komposition „Ja“ für Vokalensemble hat er kurze Dichtungen von Anja Bachl vertont. 

Mitwirkende:

  • ThePresent

    • Hanna Herfurtner, Sophia Körber, Sopran I
    • Olivia Stahn, Pia Davila, Sopran II
    • Bernadette Beckermann, Amélie Saadia, Alt
    • Tim Karweick, Robert Sellier, Tenor
    • Felix Schwandtke, Florian Hille, Bass

  • Köthener BachCollektiv

    • Midori Seiler, Violine und Leitung
    • Leopold Nicolaus, Violine
    • Waleska Sieczkowska, Violine
    • Yves Ytier, Violine
    • Elisabeth Sordia, Violine
    • Cécile Dorchêne, Violine
    • Corina Golomoz, Viola
    • Christian Goosses, Viola
    • Mercedes Ruiz, Cello
    • Walter Rumer, Kontrabass
    • Flóra Fábri, Cembalo
    • Marcello Gatti, Flöte
    • Beatriz Soares, Flöte
    • Clara Blessing, Oboe
    • Marie-Therese Reith, Oboe
    • Györgyi Farkas, Fagott
    • Hannes Rux-Brachtendorf, Trompete
    • Astrid Brachtendorf, Trompete
    • Karel Mnuk, Trompete
    • Tobias Furholt, Pauke

Programm:

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750):

    • Orchestersuite Nr. 3 BWV 1068
    • Ouverture – Bourrée I – Bourrée II – Gavotte – Menuett I – Menuett II – Réjouissance
    • Magnificat D-Dur (BWV 243) mit Einlagesätzen von Heiko Füting

  • Reiko Füting (1970 – ):

    • Wir sollten keine Abstriche bei Sauerstoffversorgungen machen (Text: Anja Bachl (1986 – )), aus: JA! für Vokalquintett (2024)

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750):

    • 1. Magnificat 
    • 2. Et exsultavit 

  • Reiko Füting (1970 – ):

    • Dort ein Becken (Text: Anja Bachl (1986 – )), aus: JA! für Vokalquintett (2024)

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750):

    • 3. Quia respexit humilitatem
    • 4. Omnes generationes 
    • 5. Quia fecit mihi magna

  • Reiko Füting (1970 – ):

    • Das ist Trost (Anja Bachl)

  • aus: JA! für Vokalquintett (2024)
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750):

    • 6. Et misericordia 
    • 7. Fecit potentiam

  • Reiko Füting (1970 – ):

    • all we have now ist ein Trugschluss (Text: Anja Bachl (1986 – )), aus: JA! für Vokalquintett (2024)

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750):

    • 8. Deposuit potentes
    • 9. Esurientes implevit bonis

  • Reiko Füting (1970 – ):

    • eine Zwischenlandung kann man erdenken (Text: Anja Bachl (1986 – )), aus: JA! für Vokalquintett (2024)

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750):

    • 10. Suscepit Israel (SSA)
    • 11. Sicut locutus est
    • 12. Gloria Patri

Text von Anja Bachl, aus: weich werden (2022) finden sie hier.

Videotipps: Midori Seiler & Köthener BachCollectiv: Bachs Virtuosos (offizieller Albumtrailer) und Vocalensemble The Present: Die Wahrheit und das Leben

Dauer: 75 Minuten | Karten: 24 Euro, ermäßigt 10 Euro I Foto: Henner Fritzsche, Köthen

Zeit

1. September 2024 17:00 - 18:15(GMT+02:00)

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Kirche St. Jakob

Marktplatz, 06366 Köthen (Anhalt)barrierefrei

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Ermäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.

Bis zum 21. März 2024 werden die ersten 20 Prozent des Kartenkontingents jedes Konzertes um 10 Prozent reduziert angeboten. Ein weiterer Rabatt in Höhe von 10 Prozent wird bis zum 31. Juli 2024 gewährt, wenn die Tickets in der Köthen-Information im Schloss erworben werden.