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Bachfesttage Köthen – PWA

(24) Kurzkonzert: Cembalo solo

31Aug.14:1514:4014:15 - 14:40(GMT+02:00)(24) Kurzkonzert: Cembalo soloBenjamin Alard (Cembalo)

Veranstaltungsdetails

Von Jugend an interessierte sich Johann Sebastian Bach für sämtliches Repertoire, das ihm in die Hände fiel. Auch wenn ihm Reisen nach Italien oder Frankreich lebenslang versagt blieben, war er durch Notendrucke und Abschriften gut über die aktuellen Trends in den europäischen Musikzentren informiert. Eine herausragende Rolle spielte dabei die französische Tradition, wie sein erster Biographie Johann Nikolaus Forkel hervorhebt: „Uebrigens kannte Bach [François] Couperin’s Werke und schätzte sie so wie Werke mehrerer französischer Clavierkomponisten aus jenem Zeitraum, weil man eine nette und zierliche Spielart aus ihnen lernen kann.“ In der Tat sind in Bachs Suiten, Präludien und Fantasien vielerlei Bezüge auf die „Clavecinisten“ wahrzunehmen, jener Gruppe von französischen Komponisten, die seit Mitte des 17. Jahrhunderts die vielfältigen Möglichkeiten der Cembalomusik erkundet haben. 

Unter der Ägide von François Couperin erfolgte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine entscheidende Wende in der Entwicklung der französischen Clavecinmusik. Couperin, der ab 1693 als Organist und Cembalist am königlichen Hof diente, begann in seinen Cembalokompositionen damit, die ursprünglichen Tanzsätze zu Charakterstücken umzudeuten. Zwischen 1713 und 1730 veröffentlichte er in vier umfangreichen Bänden rund 240 Einzelwerke für Cembalo. Dabei stellte er die Kompositionen zu insgesamt 27 „Ordres“ in derselben Tonart zusammen. Ungefähr die Hälfte dieser Stücke tragen programmatische Titel und sind damit der musikalischen Darstellung bestimmter Stimmungen, Situationen oder Personen gewidmet. Die intensive Lehrtätigkeit Couperins fand 1716 ihren Niederschlag in der Veröffentlichtung des Unterrichtswerks „L’Art de toucher le clavecin“. Dieser umfangreiche Band enthält auch einige Beispielstücke, darunter acht kurze Préludes. 

Johann Sebastian Bach hat sich zeitlebens für instrumentenbauliche Neuheiten interessiert und guten Kontakt zu Instrumentenbauern in seiner Umgebung gehalten. Das betraf keineswegs nur die zahlreichen Orgelneubauten, die er geplant oder begutachtet hat, sondern auch die Entwicklung eines wesentlich leiseren Instruments: des Lautenclaviers. Es handelt sich dabei um ein Tasteninstrument, das die spieltechnischen Möglichkeiten eines Cembalos mit dem Klanghorizont einer Laute verbindet. Da die Saiten eines Lautenclaviers im Diskantbereich nicht gedämpft sind, ergibt sich tatsächlich der milde, harmonische Klang einer Laute. Leider haben sich keinerlei Originalinstrumente aus der Barockzeit erhalten, daher sind heutige Interpreten auf Kopien angewiesen, die nach zeitgenössischen Beschreibungen eines »Lautenwerkes« angefertigt werden. Johann Sebastian Bach hat mutmaßlich an allen wichtigen Wirkungsstätten Lautenclaviere besessen: So registriert die Weimarer Hofhaltung 1715 den Kauf eines »Lautenwerkes« vom Jenaer Instrumentenbauer Johann Nicolaus Bach, eines Vetters des Komponisten. In Köthen hat sich Bach ein weiteres Lautenclavier von einem ansässigen Tischler angefertigen lassen. Als Leipziger Thomaskantor schließlich gab er dann ein neues, offenbar größeres und besseres »Lautenwerk« beim bekannten Orgel- und Tasteninstrumentenbauer Zacharias Hildebrandt in Auftrag. Man darf annehmen, dass Bach dieses Instrument zum Unterrichten, Improvisieren und Komponieren genutzt hat. 

Die Suite e-Moll (BWV 996) hat Bach in Weimar komponiert, was durch das früheste erhaltene Manuskript aus der Hand des Weimarer Organisten Johann Gottfried Walther dokumentiert ist. Dort findet sich auch bereits der unmissverständliche Zusatz: „aufs Lauten Werk“. Vielleicht steht das Stück in direkter Beziehung zum Ankauf des genannten Lautenclaviers im Jahre 1715. Besondere Popularität erlangte – auch durch zahlreiche Adaptionen – die eingängige Bourrée. 

Der französische Cembalist und Organist Benjamin Alardgehört zu den bekanntesten Bach-Interpreten Frankreichs. Für das Label Harmonia Mundi arbeitet er an der Gesamteinspielung der Bachschen Musik für Tasteninstrumente. Nach seinem Köthener Debüt im Jahr 2020 freuen wir uns um so mehr, dass er zurückkommt.

Mitwirkende:

  • Benjamin Alard, Cembalo

Programm:

  • François Couperin (1668 – 1733): 5. und 8. Preludes (aus: L’Art de toucher le clavecin)
  • Johann Sebastian Bach (1685 – 1750):

    • Suite für Lautenwerk BWV 996
    • Preludio – Allemande – Courante – Sarabande – Bourrée – Gigue

Dauer: 25 Minuten | Karten: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro | Foto: Bernard Martinez

Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.

Zeit

31. August 2024 14:15 - 14:40(GMT+02:00)

Standort

Musiksalon in der Lutzeklinik

Springstraße 28, 06366 Köthen (Anhalt)

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Informationen

Ermäßigungsberechtigt sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, Erwerbslose und Schwerbehinderte. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte, die Begleitperson erhält kostenfreien Zutritt mit einer Begleitkarte. Kostenfreie Begleit- und Kinderkarten können per Mail an tickets@bachfesttage.de und in der Köthen-Information gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungsorte nur teilweise barrierefrei sind. Ermäßigte Tickets haben nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises Gültigkeit.

Bis zum 21. März 2024 werden die ersten 20 Prozent des Kartenkontingents jedes Konzertes um 10 Prozent reduziert angeboten. Ein weiterer Rabatt in Höhe von 10 Prozent wird bis zum 31. Juli 2024 gewährt, wenn die Tickets in der Köthen-Information im Schloss erworben werden.